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Zu viel Kriegsgedöns und zu wenig Friedensgedanken

„Kriegstüchtigkeit“ – die neue Normalisierung?

Von Uwe Froschauer

Europa erlebt eine sprachliche Zeitenwende. Noch vor wenigen Jahren wären Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ in politischen Reden kaum vorstellbar gewesen. Heute fallen sie in Parlamentsdebatten, Talkshows und Leitartikeln fast beiläufig. Diese Verschiebung der politischen Sprache markiert mehr als nur eine Reaktion auf geopolitische Krisen. Sie verändert das gesellschaftliche Denken selbst.

Parallel zu dieser neuen Kriegsrhetorik wächst weltweit eine Friedensbewegung, die so vielfältig ist wie lange nicht mehr. Sie besteht aus Demonstrationen, Artikel pazifistischer Autoren, intellektuellen Debatten, spirituellen Initiativen und politischen Interventionen. Sie ist weder homogen noch einheitlich organisiert. Doch sie verbindet eine gemeinsame Sorge: dass sich Gesellschaften erneut daran gewöhnen könnten, Krieg als normalen Bestandteil der Politik und ihres Lebens zu akzeptieren.

Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie Kriege beendet werden können. Die entscheidendere Frage ist, wie es überhaupt wieder so weit kommen konnte, dass Krieg als denkbare Zukunft erscheint.

Krieg als politisches Projekt – nicht als Naturgesetz

Ein wichtiger Ausgangspunkt vieler Friedensbewegungen ist die Kritik an einer weit verbreiteten Annahme: der Vorstellung, Krieg sei ein natürlicher Zustand menschlicher Gesellschaften. Genau diese Frage wird derzeit auch in Politik, Kirche und Medien offen diskutiert. Bischof Heiner Wilmer erklärte in einem Interview, Krieg sei „ein Normalzustand“. Diese Aussage markiert eine bemerkenswerte Verschiebung: Selbst religiöse Stimmen, die historisch stark mit Friedensethik verbunden waren, sprechen heute von Krieg als dauerhafter Realität, mit der Gesellschaften umgehen müssten.

Auch in den Medien zeigt sich diese Veränderung der Perspektive. In ihrer Talkshow fragte Caren Miosga den ehemaligen Außenminister Joschka Fischer, wie man den „Pazifismus in der DNA“ überwinden könne – eine Formulierung, die sinnbildlich für die gegenwärtige Debatte steht. Pazifismus erscheint hier nicht mehr als moralisches Ideal, sondern als historisches Hindernis, das es politisch zu „überschreiben“ gilt. Sahra Wagenknecht postete diesbezüglich auf X:

„Was für ein Offenbarungseid: Caren #Miosga fragt Joschka #Fischer freimütig, wie sich der – aus ihrer Sicht – lästige Pazifismus in der DNA der Deutschen „schneller überschreiben“ lasse. Schließlich weiß auch der #ÖRR: Keine Kriegstüchtigkeit ohne Kriegslustigkeit. Wie passend, dass die #ARD dafür mit dem ehemaligen Grünen-Außenminister, der Deutschland mit der Beteiligung am völkerrechtswidrigen NATO-Angriff auf Jugoslawien zum ersten Mal nach 1945 in einen Krieg geführt hat, einen ausgewiesenen Experten zu Gast hat.“

Nun, Joschka Fischer kann sich ja auch die Atombombe für Deutschland recht gut vorstellen. Was hat sich im Kopf des ehemaligen Bundesaußenministers eigentlich ereignet? Wie kam der Wandel vom Pazifisten zum Bellizisten zustande? Ein Fall für den Psychiater?

Aussagen wie die von Heiner Wilmer oder Caren Miosga verweisen auf ein deutlich älteres philosophisches Spannungsfeld. Bereits Thomas Hobbes beschrieb den Naturzustand des Menschen als „Krieg aller gegen alle“. Für Hobbes war Frieden kein natürlicher Zustand, sondern ein fragiles Ergebnis politischer Macht und Abschreckung. Sicherheit entstehe laut Hobbes nur durch Stärke und durch die Fähigkeit, Gewalt anzudrohen. Das „Kriegsgen“ scheint den Briten im Blut zu liegen, wie ihre bellizistische Vergangenheit zeigt.

Gegen diese Denkweise richtet sich ein zentraler Impuls moderner Friedensbewegungen. Sie widersprechen der Vorstellung, Krieg sei die anthropologische Grundkonstante der Menschheit. Stattdessen betrachten sie Krieg als Ergebnis politischer Entscheidungen, gesellschaftlicher Narrative und historischer Entwicklungen – und damit als etwas, das veränderbar bleibt.

Historische und anthropologische Forschung stellt diese Annahme, Krieg sei eine Grundkonstante der Menschheit, zunehmend infrage. Über lange Zeiträume der Menschheitsgeschichte lebten Menschen in kleinen Gemeinschaften ohne organisierte Großkriege. Erst mit der Entstehung staatlicher Strukturen wurden Massenkriege technisch und organisatorisch möglich.

Diese Perspektive verändert die Debatte grundlegend. Wenn Krieg kein Naturgesetz ist, dann ist er eine politische Entscheidung. Und politische Entscheidungen können hinterfragt werden.

Philosophisch ist diese Idee keineswegs neu. In der griechischen Antike betrachteten Stoiker wie Seneca den Frieden als Ausdruck rationaler Selbstkontrolle. In asiatischen Traditionen wurde Gewalt häufig als Folge von Unwissenheit und Gier interpretiert. Laotse schrieb im Dao De Jing: „Wer Gewalt anwendet, wird durch Gewalt untergehen.“ Diese Gedanken sind heute aktueller denn je.

Friedensbewegungen greifen diese Traditionen wieder auf. Sie erinnern daran, dass Krieg nicht unvermeidlich ist, sondern politisch erzeugt wird – durch Narrative, Interessen und Machtstrukturen.

Die Rückkehr der Aufrüstung – und der Protest dagegen

Während die politische Sprache militärischer wird, wächst gleichzeitig der gesellschaftliche Widerspruch.

Die Rückkehr militärischer Logik in die politische Sprache zeigt sich nicht nur in abstrakten Begriffen, sondern auch in konkreten Aussagen führender Politiker. Immer häufiger wird offen über militärische Stärke, Abschreckung und sogar über eine Ausweitung des Krieges gesprochen. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter erklärte in einem Interview, der Krieg müsse „nach Russland getragen werden“. Gemeint war die Forderung nach stärkeren militärischen Maßnahmen, die den Krieg nicht nur defensiv begreifen, sondern aktiv in russisches Territorium hineinwirken lassen sollen.

Auch Außenministerin Annalena Baerbock sorgte international für Aufmerksamkeit, als sie im Europarat sagte: „Wir führen einen Krieg gegen Russland.“ Die Aussage wurde später diplomatisch relativiert, verdeutlichte jedoch, wie stark sich die politische Rhetorik verändert hat.

Ähnliche Töne sind auch in anderen europäischen Ländern zu hören. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Europa müsse bereit sein, „alles zu tun, was nötig ist“, um einen russischen Sieg zu verhindern, und schloss dabei sogar die Entsendung westlicher Soldaten nicht grundsätzlich aus. Der britische Premierminister Keir Starmer betont regelmäßig, dass Europa sich langfristig auf eine Konfrontation mit Russland einstellen müsse. Der tief verwurzelte britische Russenhass reicht weit in die Vergangenheit des ehemaligen Empires. Die estnische Ex-Ministerpräsidentin und aktuelle EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert seit Beginn des Ukrainekriegs konsequent eine massive militärische Unterstützung und warnt davor, Russland dürfe den Krieg „unter keinen Umständen gewinnen“ – den Russland längst – und von Anfang an –gewonnen hat, auch wenn es dieser estnischen Traumtänzerin schwer aufstoßen mag.

Diese Aussagen markieren eine deutliche Verschiebung des politischen Diskurses. Militärische Stärke, Abschreckung und Aufrüstung werden wieder offen als zentrale Elemente europäischer Sicherheitspolitik formuliert. Vor diesem Hintergrund formieren sich neue Protestbewegungen, die diese Entwicklung kritisch hinterfragen.

In Amsterdam demonstrierten kürzlich Menschen auf dem Dam-Platz für Frieden mit Russland und gegen eine zunehmende Militarisierung Europas. Solche Proteste sind kein Einzelfall. In vielen europäischen Städten entstehen Initiativen, die Diplomatie und Verhandlungen stärker in den Mittelpunkt rücken wollen. In Berlin versammelten sich Anfang 2023 zehntausende Menschen bei der Kundgebung „Aufstand für Frieden“, zu der unter anderem Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer aufgerufen hatten. Die Demonstration richtete sich gegen eine weitere militärische Eskalation des Ukrainekriegs und forderte stärkere diplomatische Bemühungen.

Auch in Rom fanden wiederholt große Friedensmärsche statt, bei denen Gewerkschaften, kirchliche Gruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam gegen Aufrüstung und für Verhandlungen demonstrierten. In Paris, Prag und Wien gingen ebenfalls Menschen auf die Straße, um ein Ende der militärischen Eskalation und mehr diplomatische Initiativen zu fordern.

Diese Proteste knüpfen an eine lange europäische Tradition von Friedensbewegungen an, die bereits während des Kalten Krieges großen gesellschaftlichen Einfluss hatten. Neu ist jedoch, dass sich diese Initiativen in einer Zeit formieren, in der militärische Aufrüstung wieder zu einem zentralen politischen Thema geworden ist.

Diese Demonstrationen sind Ausdruck einer wachsenden Sorge, dass Europa sich schrittweise in eine Logik der dauerhaften Konfrontation hineinbewegt. Es entwickelt sich eine mögliche, äußerst gefährliche Eskalationsspirale: Je stärker Aufrüstung und militärische Vorbereitung zur Normalität werden, desto wahrscheinlicher erscheint ihr Einsatz.

Die Publizistin Gabriele Krone-Schmalz warnte bereits früh vor dieser Entwicklung. In einem Vortrag sagte sie:
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Spirale der Eskalation geraten, in der jede Seite ihre Schritte als Reaktion auf die andere versteht und sich dadurch immer weiter hochschaukelt.“
(Quelle: Vortrag „Russland verstehen“)

Ihre Perspektive steht exemplarisch für eine wachsende Debatte: ob Sicherheit tatsächlich durch militärische Stärke entsteht – oder durch politische Verständigung. In meinen Augen eindeutig durch Letzteres.

Die Sprache des Krieges verändert das Denken

Besonders kritisch sehen Friedensbewegungen die Veränderung politischer Sprache. Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ wirken zunächst technisch und nüchtern. Doch Sprache formt Wahrnehmung. Was benannt wird, wird denkbar. Was denkbar wird, wird politisch möglich.

Die Politikerin Sahra Wagenknecht kritisierte bei verschiedenen Anlässen Aussagen von Politikern, die militärischen, bellizistischen Wortschatz benutzen, und einen Krieg für möglich erscheinen lassen – manche unverbesserliche, verantwortungslose Ewiggestrige anscheinend auch für wünschenswert. Ihre mehr als berechtigte Kritik richtet sich weniger gegen die Verteidigungsfähigkeit des Landes als gegen eine politische Logik, die militärische Lösungen zunehmend in den Vordergrund rückt.

Friedensbewegungen argumentieren richtigerweise, dass Gesellschaften historisch immer dann in Kriege geraten sind, wenn militärische Vorbereitung zur Normalität wurde. Aufrüstung erzeugt nicht nur Sicherheit – sie erzeugt auch Erwartungshaltungen. Diese Beobachtung lässt sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg erkennen. In den Jahrzehnten vor 1914 entwickelte sich in Europa ein intensives Wettrüsten zwischen den Großmächten. Militärbudgets stiegen kontinuierlich, Bündnissysteme verfestigten sich, und Kriegsplanung wurde zu einem festen Bestandteil staatlicher Politik. Historiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer „Mobilisierungslogik“: Je stärker Armeen vorbereitet waren, desto plausibler erschien ihr Einsatz im Krisenfall. Als sich die politische Lage im Sommer 1914 zuspitzte, griffen Regierungen auf fertige Mobilisierungspläne zurück – ein Prozess, der die Eskalation zusätzlich beschleunigte.

Auch vor dem Zweiten Weltkrieg lässt sich eine ähnliche Dynamik beobachten. Die massive Aufrüstung im nationalsozialistischen Deutschland, aber auch die zunehmende Militarisierung anderer Staaten in den 1930er-Jahren, veränderte die politische Atmosphäre grundlegend. Militärische Stärke wurde erneut zum zentralen Maßstab internationaler Politik.

In einer solchen Umgebung erscheint Krieg nicht mehr als Ausnahme, sondern als mögliche und irgendwann sogar erwartbare Option. Friedensbewegungen verweisen daher auf die historische Erfahrung, dass Aufrüstung zwar mit dem Ziel der Abschreckung betrieben wird, zugleich aber eine politische und psychologische Realität schafft, in der militärische Lösungen zunehmend denkbar und schließlich wahrscheinlicher werden.

Friedenspolitik als geopolitische Perspektive

Historiker und Publizisten wie Daniele Ganser betonen die Bedeutung diplomatischer Lösungen. In seinem Buch „Illegale Kriege“ schreibt er:

„Frieden entsteht nicht durch Waffen, sondern durch Dialog, Diplomatie und das Einhalten des Völkerrechts.“
(Daniele Ganser, Illegale Kriege)

Seine Position und beispielsweise die von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas zeigen, wie stark die Diskussion über Außenpolitik polarisiert ist. Gerade diese Kontroversen machen deutlich, dass Friedenspolitik wieder zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema geworden ist.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die neue Friedensbewegung in einer ungewöhnlichen Initiative in den USA. Buddhistische Mönche aus mehreren asiatischen Ländern durchqueren zu Fuß verschiedene Bundesstaaten. Sie wanderten durch Schnee und Kälte, trafen tausende Menschen und predigten eine Botschaft, die ebenso simpel wie radikal ist: Frieden beginnt im Inneren des Menschen. Bei Veranstaltungen kamen teilweise zehntausend Zuhörer zusammen. Die Mönche sprachen über Mitgefühl, über das Loslassen von Hass und über die Verantwortung jedes Einzelnen für das gesellschaftliche Klima.

Diese Bewegung steht für eine andere Dimension der Friedensarbeit. Sie zeigt, dass Frieden nicht nur politisch, sondern auch kulturell und psychologisch gedacht werden muss. Gesellschaften, die dauerhaft in Angst leben, sind anfälliger für Kriegsrhetorik. Gesellschaften, die Vertrauen und Kooperation stärken, sind widerstandsfähiger gegen Eskalation.

Die Macht- und Besitzeliten sorgen jedoch dafür, dass dieses Vertrauen und die notwendige Kooperation nicht entstehen, und die Angst aufrechterhalten wird. Sie versuchen – leider erfolgreich – die Gesellschaft zu spalten, indem sie mit ständig neuen Spaltungsthemen und Krisen wie dem angeblich menschengemachten Klimawandel, Kriegen, Plandemien und dergleichen Öl aufs Feuer gießen, um ihre meist menschenverachtenden, kranken Ziele zu erreichen.

Fazit

Von der Antike bis zur Gegenwart zieht sich eine philosophische Linie, die Frieden als kulturelle Errungenschaft begreift. Aristoteles schrieb, das Ziel von Politik sei das gute Leben. Immanuel Kant entwarf in seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ die Vision einer internationalen Ordnung, die Kriege überflüssig machen sollte. Kants Gedanke ist wieder hochaktuell. Er sah Frieden nicht als Idealismus, sondern als ein rationales Projekt. Staaten, die wirtschaftlich und politisch miteinander verflochten sind, haben weniger Anreiz, Kriege zu führen.
Dieser Verflechtung wirken Politiker wie Donald Trump entgegen, und erhöhen somit bewusst oder unbewusst die Gefahr für Eskalationen. Seine Mission als Friedenspräsident – die auch ich ihm anfänglich abnahm – verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit. Er wollte den Deep State zerschlagen, entpuppt sich aber mehr und mehr als dessen Gesandter. Er ist ein Präsident zwischen Krieg und Frieden, und wird jeweils diejenige Option wählen, die für seine „Deals“ und Interessen und die seiner Drahtzieher als geeigneter erscheint.

Diese Idee Kants sollte unsere Gesellschaft und ihre nationalen und internationalen Institutionen, die für alle Menschen und nicht für wenige errichtet wurden, prägen. Doch sie gerät zunehmend unter Druck.Die größte Sorge moderner Friedensbewegungen ist nicht der aktuelle Krieg, sondern die Gewöhnung an die Möglichkeit zukünftiger Kriege. Die Geschichte zeigt, dass Gesellschaften sich schrittweise an neue Realitäten anpassen. Was gestern undenkbar war, wird morgen selbstverständlich.

Die Friedensbewegung versucht, diesen Prozess sichtbar zu machen. Sie stellt unbequeme Fragen. Sie fordert Debatten ein. Sie erinnert daran, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.Die heutige Friedensbewegung ist kein monolithischer Block. Sie besteht aus Demonstranten, Journalisten, Politikern, Philosophen, Aktivisten und spirituellen Gemeinschaften. Sie ist heterogen, manchmal widersprüchlich und wird vom bellizistischen Lager bekämpft.Gerade diese Vielfalt dieser Bewegung ist ihre Stärke. Sie zeigt, dass Frieden nicht nur ein politisches Projekt ist. Frieden ist ein gesellschaftliches Projekt.

Jede Generation steht vor Entscheidungen, die ihre Zukunft prägen. Die aktuelle Generation steht vor der Frage, ob sie eine Welt akzeptieren will, in der militärische Stärke erneut zum zentralen politischen Maßstab wird. Die Friedensbewegung erinnert daran, dass es Alternativen gibt. Sie fordert nicht Naivität, sondern Debatte. Nicht Wehrlosigkeit, sondern Verantwortung. Vielleicht beginnt Frieden genau dort: mit der Weigerung, Krieg als unvermeidlich zu akzeptieren.

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, werte Leserinnen, werte Leser,

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
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https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Können Mieten und Zinsen krank werden?

10. Februar 2026, von Albrecht Künstle

– Die SPD will diese nun auch mit Beiträgen belegen

– Klingbeil & Co. scheinen so krank zu sein wie die Kassen

– Fachleute zu den spezialdemokratischen Plänen …

Beschäftigte und Rentner können krank und müssen wieder gesund werden. Deshalb gibt es Krankenkassen, in die sie einzahlen. Auch die Unternehmen zahlen in die Krankenkassen ein, weil sie gesunde Arbeitskräfte brauchen. Nun kommen die SPD-Granden Finanzminister Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas auf die Idee, auch Mieteinnahmen, Spargroschen-Erträge, und was sich sonst noch greifen lässt, zur Finanzierung der Krankenkassen heranzuziehen. Können Mieten und Zinsen denn auch krank werden? Oder sind solche Ideen nicht einfach krank? Ob Finanzminister Klingbeil beim altrömischen Kaiser Vespasian in die Lehre ging, der mit seinem „Pecunia non olet“ meinte „Geld stinkt nicht“, als er die Latrinensteuer einführte?

Richtig ist, dass Krankenkassen selbst krank sind. Die Beiträge steigen und steigen. Doch der Blick der Medien wird geschickt auf die Rentenversicherung gelenkt, während deren Beiträge seit zehn Jahren stabil sind. Doch woran leiden die Krankenkassen? Anders als in Sachen Altersversorgung bin ich für Krankenkassen nicht dezidiert kompetent, aber ich weiß, dass es auch hierbei versicherungsfremde Leistungen gibt, die ihnen zu schaffen machen. Dazu weist das Bundesgesundheitsministerium insbesondere auf Folgendes hin:

  • Die beitragsfreie Versicherung während des Erziehungsurlaubs, die beitragsfreie Mitversicherung von nicht berufstätigen beziehungsweise geringfügig beschäftigten Ehegatten oder Lebenspartnern sowie Kindern;
  • Leistungen rund um die Schwangerschaft und Mutterschaft, zum Beispiel Vorsorge- und Entbindungskosten, Haushaltshilfe oder häusliche Krankenpflege während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung;
  • Leistungen zur Empfängnisverhütung;
  • Leistungen zur künstlichen Befruchtung;
  • das Mutterschaftsgeld vor und nach der Geburt;
  • Krankengeld bei der Betreuung eines kranken Kindes;
  • Betriebs- und Haushaltshilfen für alle Versicherten, insbesondere zur Vermeidung oder Verkürzung von Krankenhausaufenthalten.

Teils abstruse Kassenleistungen

Dabei unterschlägt das Ministerium beschwichtigend, dass beispielsweise auch die Beratung für Schwangerschaftsabbrüche und die vielen durchgeführten Aborte selbst zu Lasten der Krankenkassen gehen. Und wie war das nochmal mit den Bürgergeld-Beziehern? Doch lassen wir die Fachleute für solche Fragen zu Wort kommen – und zwar den GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Anlässlich der Kabinettsklausur der Bundesregierung gaben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine gemeinsame Stellungnahme ab.

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, erklärt darin: „Wir brauchen dringend eine saubere Abgrenzung zwischen staatlicher Daseinsvorsorge und den Aufgaben der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung. Die Bundesregierung muss nun endlich und kurzfristig dafür sorgen, dass die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung kostendeckende Bundesmittel für die Aufgaben bekommt, die sie für den Staat übernimmt. Insbesondere bei den Beiträgen für Bürgergeldbeziehende erleben wir, dass sich der Staat seit Jahren auf Kosten der GKV-Beitragszahlenden entlastet. Jahr für Jahr bleibt der Bund den gesetzlichen Krankenkassen hierfür rund zehn Milliarden Euro schuldig. Darunter leiden die 75 Millionen gesetzlich Versicherten und die Arbeitgebenden, denn Arbeit wird durch weiter steigende Beiträge immer teurer und das schadet der gesamten Wirtschaft. Es geht hier um Fairness und Stabilität!

Keine Überschüsse, sondern Verluste

Und Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, meint: „Die Bundesregierung muss jetzt handeln. Versicherungsfremde Leistungen dürfen nicht länger von der Gemeinschaft der Beitragszahler finanziell gestemmt werden. Das ist nicht nur ungerecht, sondern gefährdet auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Allein durch die Herausnahme des Bürgergelds könnten die Beitragszahler um rund zehn Milliarden Euro entlastet werden. Das wäre der richtige und ehrliche Weg, auf jeden Fall besser als medizinische Leistungen zu streichen oder mit der Rasenmähermethode im Gesundheitswesen Ausgaben zu kürzen. Wir unterstützen hier voll und ganz den GKV-Spitzenverband, der den juristischen Klageweg beschritten hat.

Und wie sollte das eigentlich technisch funktionieren, die Mieteinnahmen mit Beiträgen zur Krankenversicherung zu belegen? Bei den Zinsen wäre das relativ einfach, etwa so wie bei der Kapitalertragssteuer. Aber von den Bruttomieten gehen nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltungs- und Modernisierungskosten, Steuern und anderes ab. Und in Jahren, in denen wegen der Auflagen für Investitionen in zusätzliche Dämmung, andere Heiztechnik und so weiter keine Überschüsse, sondern Verluste eintreten – erhält der Vermieter dann von der Krankenkasse Geld, also Negativbeiträge?!?

Doch die „spezialdemokratische“ SPD-Politik tickt wohl nach demselben Muster wie in der Steuerpolitik. Statt die Ausgaben zu begrenzen, erfinden sie nun neue Einnahmequellen für die Krankenversicherung. Der Beifall der Grünen ist der SPD gewiss, das Veto der CDU/CSU ernst-gemeint? „Deutschland, das Land der Tüftler und Denker“, entwickelt sich in einem ganz anderen Sinn – Land der Steuer- und Abgabenerfinder. Was aus Berlin kommt ist einfach nur erbärmlich.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/koennen-mieten-und-zinsen-krank-werden/ erschienen.

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Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
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Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

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Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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Soziale Realität trifft politische Selbstbedienung

Von Albrecht Künstle und Uwe Froschauer

Albrecht Künstle hat mir am 6. Februar einen Text zukommen lassen, der mich dazu bewegte, auch ein paar Zeilen zu der schreienden Ungerechtigkeit die Verteilung der Mittel und Lasten in Deutschland betreffend zu schreiben.

Während Millionen Menschen in Deutschland jeden Monat neu rechnen müssen, wie sie steigende Mieten, höhere Krankenkassenbeiträge und wachsende Eigenanteile im Gesundheitssystem bezahlen sollen, diskutiert die Union über längere Arbeitszeiten, den Wegfall von Feiertagen und die Einschränkung des Rechts auf Teilzeit. Was als „Produktivitätsdebatte“ verkauft wird, trifft in Wahrheit jene, die ohnehin am stärksten belastet sind.

Besonders entlarvend war der inzwischen zurückgezogene Begriff der sogenannten „Lifestyle-Teilzeit“, der aus einem Antrag der CDU für den Bundesparteitag stammte. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge nannte diese Wortwahl bei Maybrit Illner eine „absolute Unverschämtheit gegenüber der Lebensrealität von Frauen“. Rund 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten seien Frauen – nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie neben ihrem bezahlten Job den zweiten, unbezahlten leisten: Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Haushaltsarbeit.
„Frauen haben in diesem Land zwei Jobs. Der eine wird bezahlt, der andere nicht“, so Dröge. Die Debatte zeige, wie „abgehoben“ Teile der Politik von der Wirklichkeit vieler Familien seien.

Thorsten Frei, Kanzleramtsminister (CDU), wies die Empörung zurück und verwies darauf, dass der Begriff inzwischen gestrichen und eine Entschuldigung ausgesprochen worden sei. Er sprach von einer „politischen Überformung“ der Diskussion. Doch das Problem liegt tiefer: Die Richtung bleibt dieselbe. Mehr Arbeit, weniger Schutz, weniger soziale Absicherung.

Denn es bleibt nicht bei der Teilzeit. Parallel wird über längere Wochenarbeitszeiten und die Abschaffung eines Feiertags diskutiert. Und als wäre das nicht genug, forderte zuletzt der CDU-Wirtschaftsrat sogar, die kostenlose Zahnbehandlung abzuschaffen. Frei distanzierte sich davon zwar vorsichtig, nannte es jedoch lediglich „kein gutes Beispiel“ – und erklärte Zahngesundheit sei kein entscheidender Kostenfaktor, zudem spiele Prophylaxe eine wichtige Rolle.

Für viele Bürgerinnen und Bürger klingt das wie Hohn. Während immer neue Eigenbeteiligungen eingeführt werden, während Pflege, Rente und Gesundheit zunehmend privatisiert werden, sollen Beschäftigte noch mehr leisten – länger arbeiten, später in Rente gehen, mehr selbst bezahlen.

Gleichzeitig bleibt ein anderes Thema auffällig leise: die eigenen Einkommen der politischen Entscheidungsträger. Bundestagsabgeordnete erhalten monatlich knapp 12.000 Euro Diäten plus über 5,000 Euro steuerfreie Pauschalen. Zusammen sind das circa 17.000 Euro – ein Einkommen, das weit entfernt ist von dem, was die Mehrheit der Bevölkerung zur Verfügung hat. Die vom Steuerzahler zu finanzierenden Aufwendungen für einen Parlamentarier im Bundestag belaufen sich jedoch auf das Dreifache – auf ca. 50.000 Euro –, wie mein geschätzter Kollege Albrecht Künstle im zweiten Teil dieses Artikels aufzeigen wird.
Wer in dieser Lage den Menschen erklärt, sie müssten „mehr schuften, um den Wohlstand zu retten“, sollte sich fragen lassen, wessen Wohlstand eigentlich gemeint ist.

Der Bäckermeister Matthias Grenzer brachte es bei Maybrit Illner auf einen anderen Punkt: Mehr Vollzeit funktioniere nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – bessere Kinderbetreuung und mehr Netto vom Brutto. Seit Jahren werde darüber geredet, doch bei der arbeitenden Bevölkerung komme kaum etwas an.

Genau hier liegt der Kern der Unverschämtheit: Nicht die wirtschaftlichen Herausforderungen werden bestritten, sondern die Richtung der Lösungen. Statt Steuerflucht, große Vermögen oder Übergewinne stärker in die Verantwortung zu nehmen, wird der Druck nach unten weitergereicht. Teilzeit wird moralisch diskreditiert, soziale Rechte werden infrage gestellt, Gesundheitskosten individualisiert.

Wer die soziale Wirklichkeit zur „Lifestyle-Entscheidung“ erklärt, verwechselt Privileg mit Notwendigkeit. Und wer fordert, dass die Bevölkerung länger arbeitet und mehr selbst bezahlt, während politische Eliten finanziell abgesichert bleiben, darf sich über wachsende Politikverdrossenheit nicht wundern.

Auch CSU-Chef Markus Söder schlug in dieselbe Kerbe. Eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche sei, so Söder, „doch nicht tragisch“. Man müsse „wieder mehr arbeiten, um den Wohlstand zu sichern“. Diese Sätze wirken harmlos – solange man sie aus der Perspektive dessen spricht, der weder körperlich belastende Schichtarbeit leistet noch Betreuungszeiten organisieren oder Zahnarztrechnungen selbst bezahlen muss.

Was als kleine Zumutung verkauft wird, bedeutet für viele: weniger Zeit für Kinder, mehr Erschöpfung, noch weniger Spielraum im Alltag. Wenn Söder sagt, eine Stunde mehr Arbeit sei „nicht tragisch“, dann spricht daraus nicht ökonomische Notwendigkeit, sondern politische Bequemlichkeit. Denn während die Bevölkerung länger arbeiten soll, steigen die politischen Bezüge automatisch weiter – unabhängig von Produktivität, Überstunden oder Lebensrealität. Die politischen Leistungen dagegen sinken rapide.

So entsteht ein vertrautes Muster: Mehr Leistung wird von unten eingefordert, während oben Stabilität und finanzielle Sicherheit herrschen. Wer diese Schieflage kritisiert, wird als überempfindlich dargestellt. Wer sie erlebt, weiß: Es geht nicht um eine Stunde. Es geht um Respekt.

Diese Debatte ist kein technisches Detail der Wirtschaftspolitik. Sie ist eine Frage von Respekt – vor Arbeit, vor Care-Arbeit und vor jenen, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten. Und das sind momentan nicht die Politiker. Sie werfen hart erwirtschaftete Steuerzahlungen nicht nur für den eigenen Wohlstand zum Fenster hinaus, sondern verpulvern Milliarden für unproduktive Projekte wie Aufrüstung – was habe ich von einem Panzer, der produziert mir keine Semmeln, aber im Ernstfall Leichen – und für nicht gewinnbare Kriege, um „Unsere Demokratie“ von einem faschistisch unterlaufenen Regime in der Ukraine verteidigen zu lassen. Was für ein Schwachsinn!
Ist doch auch wahr, oder?

Nun zu den außerordentlich treffenden und informativen Zeilen von Albrecht Künstle, der einen weiteren Sargnagel für das Irrenhaus Deutschland aufzeigt.

06. Februar 2026, von Albrecht Künstle

Was Bundestagsabgeordnete alles erhalten

– Unsere Renten sind Schlusslicht, anders für Abgeordnete

– Das „Abgeordnetengesetz“ zu durchforsten ist mühsam

– Abgeordnete werden „entschädigt“ – wofür eigentlich?

Im Zusammenhang mit der Rentendebatte werden auch die Beamtenpensionen und insbesondere die Versorgung der Abgeordneten bei Bund und Ländern diskutiert. Dabei kursieren viele Zahlen, die oft auch falsch sind. Das Ergebnis meiner Recherche: Die Diskrepanz zwischen der Versorgung der Wähler und der Gewählten ist noch ungerechter als angenommen. Die Mandatsträger (einer „träger“ als der andere?) werden geradezu mit Geld- und Sachleistungen überschüttet.

Was am meisten überrascht: Der Geldregen wird im Abgeordnetengesetzes im § 11 als „Abgeordnetenentschädigung“ überschrieben. Wer hat sich denn so etwas ausgedacht? Erleiden denn die Abgeordneten durch ihre Wahl einen Schaden, der entschädigt werden müsste? Oder sind damit Entschädigung gemeint, die viele Abgeordnete ohne fachliche Kompetenz, sogar ohne irgendeine abgeschlossene Ausbildung, durch ihre falschen Entscheidungen verursachen und sie dafür geradestehen müssen? Nein, nichts dergleichen; für alles haben die Steuerbürger aufzukommen.

Im Folgenden werden die Vergütungen an die Bundestagsabgeordneten beziffert.

11.833 Euro im Monat als „Abgeordnetenentschädigung“
5.052 Euro als „Kostenpauschale“ zusätzlich, nachfolgende kommen hinzu
Unentgeltlich, Bereitstellung eines komplett möblierten Büros
1.000 Euro im Monat für Laptop, Tablett, Information- und Kommunikationstechnik
5.350 Euro im Monat für das Abgeordnetenbüro im Wahlkreis (Miete etc.)
25.873 Euro im Monat für Mitarbeiter in Berlin und im Wahlkreisbüro
Unentgeltlich, freie Nutzung aller staatlichen Verkehrsmittel 1. Klasse, auch privat
Unentgeltlich, Inlandsflüge und Schlafwagen (zum dienstlichen Gebrauch)
Unentgeltlich, Hälfte der Beiträge zur Krankenversicherung, keine RV-Beiträge

Die Summe beläuft sich auf über 50.000 Euro im Monat je Abgeordneter. Die Abgeordnetenbezüge werden „Diäten“ genannt. Mit Schmalkost hat dieser Begriff jedenfalls nichts zu tun. Bei 630 Bundestagsabgeordneten macht das fast 400 Millionen Euro im Jahr. Für Fraktionssprecher und andere Mandatsträger gibt es zusätzliche Amts- und Funktionszulagen. Für Staatssekretäre und Minister noch mehr.

Aufsichtsratsbezüge? Abgeordnete werden gerne mit Aufsichtsratsposten bedacht oder sitzen als Repräsentanten in Aktiengesellschaften, an denen der Staat Beteiligungen hält. Die Abgeordneten müssen solche Nebeneinkünfte nur melden, dürfen sie aber ohne Anrechnung auf ihre anderen Bezüge behalten. Von so etwas träumen z.B. Witwen, denen ihre Rente gekürzt wird, wenn sie mit Arbeits- oder sonstigen Einkünften Freigrenzen überschreiten, die ein Bruchteil von Diäten ausmachen. Alles im Rahmen „Unserer Demokratie“?

Für das Leben nach dem Bundestag, Übergangsgeld, Altersentschädigung

Es trifft nicht zu, dass Abgeordnete ihre Altersversorgung sofort nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag erhalten. Richtig ist vielmehr, dass es zuerst einmal ein Übergangsgeld https://www.gesetze-im-internet.de/abgg/__18.html gibt. Es wird in gleicher Höhe der bisherigen Vergütung für so viele Monate gezahlt, wie sie Jahre Abgeordnete waren. Zwar werden ab dem zweiten Monat nach dem Ausscheiden Erwerbseinkünfte vom Übergangsgeld abgezogen. Wer aber wird nach z.B. drei Amtszeiten bei 12 Monate Abgeordneten-„Arbeitslosengeld“ (Übergangsgeld) in voller Höhe (! nicht nur 60 Prozent wie normales Arbeitslosengeld) bei 11.833 Euro im Monat eilig haben, sich einen Job suchen? Schon gar nicht, wenn keine Beratertätigkeit angeboten wird oder der/die Betreffende die Treppe hoch fällt wie Annalena Baerbock.

Damit sich Parlamentarier vom gemeinen Volk abheben, erhalten sie weder eine Altersrente oder Pension, sondern bei Erreichung der Altersgrenze (63-67 Jahre) eine Altersentschädigung. Die Höhe beträgt für jedes Jahr der Mitgliedschaft im Bundestag 2,5 Prozent der „Abgeordnetenentschädigung“, aktuell jene 11.833,47 Euro. Im obigen Fall von drei Amtszeiten wären das also 12 x 2,5 Prozent = 3.550 Euro – ohne irgendwelche Beiträge bezahlt zu haben. Anders als für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte besteht für den Anspruch auf Renten keine Wartezeit (Beitragspflicht) von fünf Jahren, sondern ein einziges Jahr reicht!

Überversorgung der „Staatsdiener“

Ein Beispielfall für jene Abgeordneten, die dem letzten Bundestag nur dreieinhalb Jahre angehörten und am 23. Februar 2025 abgewählt wurden: Zuerst einmal erhielten sie für dreieinhalb Monate Übergangsgeld in voller Höhe weiter. Wenn sie sich dann einmal zur Ruhe setzen, erhalten sie für diese dreieinhalb zeitweiser Jahre in Berlin 3,5 x 2,5 Prozent x 11.833,47 Euro = 1.035 Euro Altersentschädigung, die natürlich nicht statisch gelten, sondern um die erhöhte „Abgeordnetenentschädigung“ im Zeitpunkt des Ruhebeginns angepasst werden. Ein Rentner mit Durchschnittsverdienst müsste über 25 Jahre gearbeitet haben, um eine solche Rente zu erzielen. Bundestagsabgeordnete schaffen das schon mit 3,5 Jahren. Alles im Rahmen „Unserer Demokratie“?

Wie seitens der Beamten und auch der Abgeordneten entgegengehalten wird, seien ihre Alterseinkünfte aber zu versteuern. Das ist jedoch bei den Renten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung inzwischen ebenso der Fall. Wer 2026 in Rente geht, hat 84 Prozent seiner Altersrente zu versteuern https://senioren-nachrichten.de/grundfreibetrag-2026 . Der steuerfreie Grundfreibetrag von 12.348 Euro (im Monat 1.029 Euro) wird durch die meisten Renten überschritten. Die Überversorgung der „Staatsdiener“ lässt sich also mit dem Argument der Steuerpflicht ihrer Altersruhegelder nicht mehr rechtfertigen. Abschließend kann man sarkastisch konstatieren, dass Parlamentarier „in sehr gesicherter Armut“ leben. Und es verwundert nicht, dass es um die aussichtsreichen Listenplätze der Parteien immer ein Hauen und Stechen gibt. Da nimmt sich keine Partei aus. Denn in welchem anderen Job kann man auch ohne Qualifikation so lange und so gutes Geld machen, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/entschaedigungen-wofuer-eigentlich-was-bundestagsabgeordnete-alles-erhalten/ erschienen.

Danke, Herr Künstle, für diese aufschlussreichen Zeilen.

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit.

Noch ein privates Anliegen
, werte Leserinnen, werte Leser,

in diesem Blog, den ich alleine ohne jede fremde Unterstützung – inhaltlich wie finanziell – betreibe, steckt mein Herzblut. Ich möchte meine diesbezügliche – meines Erachtens nutzbringende – Aktivität keinesfalls einschränken. Der Zeitaufwand hierfür reduziert jedoch meine Möglichkeiten für den Broterwerb. Für eine Spende wäre ich Ihnen sehr dankbar.

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Uwe Froschauer

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Vielen Dank!

Herzlichen Dank auch für bereits eingegangene Spenden.

Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung entstehen. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar. 

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

  • Ukrainekonflikt
  • Ampelkoalition
  • Corona
  • Neue Weltordnung

https://www.amazon.de/s?k=Uwe+Froschauer+Behauptungen+oder+Wahrheit&i=stripbooks

Ein anderer Bestell-Link als Amazon ist leider nicht möglich, da das Hochladen über andere Plattformen trotz wochenlangem Versuchen und unbeantworteten Anfragen mir nicht gelang.

Meine Artikel können gerne für andere Blogs oder sonstige Kommunikationsplattformen verwendet werden, soweit Inhalte nicht verändert werden, die Quelle zitiert und der Spendenaufruf beibehalten wird.

Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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Der große Manipulations-Hammer

Eine Auseinandersetzung mit dem Fernsehen von Werner Roth

„Die größte Macht hat der, der das Denken der Menschen kontrolliert“, ist ein Satz, auf den jeder mit halbwegs normalen Verstand kommen kann. Genau deshalb wird er vielen und somit keinem eindeutig zugeschrieben. Das Ziel jeder Herrschaft ist die weitgehend freiwillige Kapitulation vor ihr. Man will keine Sklaven in Ketten. Man will Sklaven, die ihre Ketten für Freiheit halten und jeden beißen, der sie befreien will.

Da ist das Konzept des „mindwar“, wie es vom Pentagon nun seit ein paar Jahren offiziell bezeichnet, aber bereits seit Jahrzehnten betrieben wird, nur folgerichtig. Selbstverständlich hat hierbei auch „die Politik“ die ihr zugedachte Rolle zu spielen.

Der „oide Grantla“ Uwe Froschauer formuliert das passgenau: „Die Aufgabe der Politiker in diesem „Spiel“ ist es, die Privilegien und das Vermögen der Besitzenden durch entsprechende Gesetze, Rechtsprechung und Maßnahmen abzusichern und möglichst zu erweitern.“ Die Implantierung in die Köpfe der Massen geschieht bis heute, samt Internet, zum Großteil via TV.

Dabei können sich die Meister der Lügen und Vollverblödeten, die momentan an der Macht sind, auf die mindestens genauso brunsdummen Untertanen stützen, die so wenig von irgendwas verstehen, wie die Oberen selbst. Intellektuell Degenerierten, die sich selbst belügen, kann man jeden Bullshit erzählen, da sie absolut unfähig sind, Blödsinn von Sinnhaften zu unterscheiden. „De sann hoid z’bläd dazua.“

Unser (Ver-)Bildungssystem hat zu einer Epidemie von „klugen Dummköpfen” geführt.

Kämpfer gegen Rechts dürfen jetzt nicht ausflippen und müssen ganz ruhig bleiben, denn die Nazis waren auch beim Einführen des Fernsehens ganz vorn dabei. Sogar das Internetz bestätigt das (noch): „Das weltweit erste reguläre Fernsehprogramm startete am 22. März 1935 in Berlin.“ Bestimmte, heute bestens bekannte, Umstände brachten damals das Vorhaben zur flächendeckenden Etablierung des bis heute wirkmächtigsten Propagandawerkzeugs allerdings zum Erliegen.

Nach dem Endsieg, aus Sicht der Nazis, für die falsche, anglo-amerikanische Seite, ging‘s mit dem Fernsehen enorm bergauf. Zunächst im Land der größten Sieger aller Zeiten, den glorreichen USA.

Da die Verbrechernation der Verlierer, natürlich unter subtiler, aber dennoch sehr bestimmenden Aufsicht vom großen Bruder aus Angelsachsien, nun in die Rolle des Schaufensters vom Garten Eden positioniert wurde, konnte hierzulande das TV zeigen, zu was es ebenso imstande war. Dadurch war von einer durchaus hochwertigen Wissensvermittlung, über vielschichtige und manchmal sogar tiefgründige Filmproduktionen, bis zu „sittsamen“ Unterhaltungsformaten alles vorhanden.

Allerdings wurde im Lauf der Zeit jedes Format mehr und mehr auf Gefühl gebürstet, möglichst ohne Anforderungen in Sachen Niveau oder Hirntätigkeit. Bilder, entsprechend musikalisch unterlegt, machen substanzielle Kommentare platt. Tiefgründigkeit, Ernsthaftigkeit und nachdenkenswerte Aussagen haben in einer überdies verblödelten Gesellschaft gegen Oberflächlichkeit und Zerstreuung keine Chance.

Das Fernsehen ersetzt die sinnhafte Wahrnehmung der Welt.

Die Bedeutung einer Information für die breite Masse geht immer noch zuerst vom Mainstream aus ins Internet und nicht umgekehrt. Wirklich weitflächige Wirkung zeigt sich nur auf diese Weise. Erst wenn eine Info via TV groß gemacht wurde, schauen alle, auch und gerade die Internetzer, hin und wälzen das dann gegebenenfalls noch weiter aus.

Eine nur im Internet vorkommende Info wie bspw. die RKI-Protokolle oder die vielen anderen Aufdeckungsgeschichten bleiben ohne Mainstream im Abseits. Die Masse kriegt einfach nichts mit! Wie viel Menschen tummeln sich nochmal bei den sog. alternativen Medien und wie viele glotzen TV?

Der „Nirwana-Irrsinn“ der Verdummung geschieht ohne Unterlass.

Inzwischen kommt die alt-bewährte und mit Abstand größte Reichweiten erzielende Dampfwalze zum Plattmachen der Denkfähigkeit, das Fernsehen, unter zunehmender Abnahme von Substanz und Niveau, daher in Form von unterirdisch dümmlichen Quizshows, Herz/Schmerz Tralala Sendungen, neudeutsch Daily-Soaps, die jede Geistesarmut problemlos weiter absenken.

Dazu Promi-Beweihräucherungs-Formate und Adelsverherrlichungen weit über der Peinlichkeitsgrenze, die nicht wegzudenkenden TV-Krimis, übersättigt getränkt mit Herrschaftsnarrativen und natürlich den flachsten, dümmsten, lautesten Hollywood-Dumpfbacken-Kinomachwerken zur endgültigen Niederstreckung des Restverstands. Humor? Welcher Humor? Sie sind lustig.

An der Spitze der Intelligenz-Verachtung unter all diesem Mentalmüll befinden sich die virtuellen Stammtischersätze, die Talkshows, die mittlerweile ebenso seit Jahrzehnten dem Publikum einen Ersatz bieten sollen für die früher überall zu findenden Debattenrunden der „kleinen Leute“. Die Phrasendichte und Floskelwucht, die Selbstherrlichkeit und die Lügenquote der zweidimensionalen Versionen sprengen dabei die Grenzen jeder noch so abwegigen Phantasie.

Obwohl (oder gerade deshalb?) diese Fernsehquatschbuden alle von vorn bis hinten durchdekliniert, sprich gecastet, gescripted, nach Drehbuch, nach klassischen Storytelling-Regeln, geplant und umgesetzt sind, würde ausnahmslos jeder dieser Labersäcke an einem traditionellem Wirtshausstammtisch nach maximal 2 Sätzen entfernt werden. Aber Erna und Horst finden‘s gut.

Dem Fass den nicht mehr vorhandenen Boden schlagen jedoch die Doku-, Reportage- und Info-Formate aus. Was da an unverschämtester Beleidung des Verstandes, an hirnlosestem Schwachsinnsgeseier, dampfhammerartigen Propagandagedöns (gerade Klima) und gnadenloser geistiger Leere in Potenz auf den Betrachter eindrischt, müsste eigentlich die Macher und Verantwortlichen den Kopf kosten.

„So, jetz olle ab zum Rudl-Speim! Manchmoi muas dea Dregg hoid naus…“.

Jede Bildstörung verdient mehr Zuschauer! Diese Art von TV verwandelt Menschen in gehirnamputierte Seelenkrüppel. Wie wär‘s denn mal mit einer Show, in der die Kandidaten Pferdeäpfel schälen?

Die erst kürzlich verstorbene Psychoanalytikerin Almuth Bruder-Bezzel († 2025) hat der Welt auch dies hinterlassen: „Die Bevölkerung, das Wahl-Volk wird nicht als politischer Bürger angesprochen, dessen Stimme man gewinnen will, sondern als entmündigter, kastrierter Zuschauer einer Medienshow, der beschallt werden muss wie ein Insasse einer geschlossenen Abteilung der Psychiatrie.“

Trotz allem prägt das Fernsehen das Weltbild, Werte und Normen, indem es bestimmte Verhaltensweisen als wünschenswert oder normal darstellt. Das wiederum beeinflusst künftige Wahrnehmungen und Entscheidungen. Positive oder negative emotionale Reaktionen auf Protagonisten (Sympathie/Antipathie) beeinflussen die Bewertung der gezeigten Handlungen und können das eigene Verhalten spiegeln oder verändern.

Die Zuschauer imitieren beobachtetes Verhalten, sie lernen durch Beobachtung, wie Kinder. Man sieht, was belohnt wird und macht das dann nach. Das umfasst alle Formate, von Nachrichten, Info, Dokus, Reportagen, bis zu Spielfilmen und natürlich Reality-TV oder Serien.

Diese emotionale Wirkmächtigkeit ist hervorragend für jedes Agenda-Setting geeignet. Bildschirmmedien formen, was wir für wichtig halten und wie wir die Realität wahrnehmen. Die Leute haben Angst vor allem Möglichen durch die unablässige Angstmacherei auf allen Kanälen.

Bloß nicht an der Oberfläche kratzen!

Heute kommt die Manipulation oft in ranwanzenden (Sprach)Verkleidungen daher und aufreizend verpackt in Rumms-Bumms-Wumms, Glitzer, Glamour und präsentiert von TV-Göttern auf den zeitgeistigen Altären der Flatscreens. Ein großer Teil der Menschen zeigt sich im versammelten Elend der Selbstgefälligen, als bräsig-dumpf-blöde Tagesschaugläubige, die „Ungläubige“ unter Androhung von Gewalt und mittels „Zersetzung“, siehe Stasimethodenhandbücher, dazu zwingen, das Maul zu halten.

Wenn dann noch bspw. jemand wie der Welke im unmittelbaren Umfeld in höchsten Tönen lobgepreist wird, wächst der Zusammenreißzwang ins Unerträgliche. Wer da kurz davor steht, innerlich zu explodieren, weil die moralischen Antennen zu sensibel sind, um die Ausstrahlung von Seelenlosigkeit und geistig-mentalem Vakuums dieser Untoten einfach wegzudrücken, für den wird der Einzelgängerstatus zum Segen.

Oder man haut – selbstverständlich nur gedanklich – bei der nächsten geist-, witz- und espritlosen Äußerung dem Betreffenden ansatzlos einen auf die Zwölf. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Der Umgang mit solcherart Zeitgenossen ist wie eine Diskussion über die Form eines Objektes, das objektiv ein Quadrat ist, doch das Gegenüber kann da nur einen Kreis sehen. Viel Spaß bei der Überzeugungsarbeit. Meister Eder bleibt hierzu unerreicht: „Es muas a bleede gem. Aba, es wean oiwai mera…“

Was versteht man unter dem Begriff „Kultivierungstheorie“?

Die Allwissenheitsmaschine meint dazu: „Die Kultivierungstheorie (engl. cultivation theory/hypothesis), entwickelt von George Gerbner in den 1960er Jahren, besagt, dass langfristiger Fernsehkonsum die Wahrnehmung der sozialen Realität formt und verzerrt. Vielseher neigen dazu, die reale Welt eher so einzuschätzen, wie sie im Fernsehen dargestellt wird – oft als gefährlicher.“

Seit es Fernsehen gibt, wird untersucht, ob und wie stark das Verhalten der TV-Zuschauer von dem Verhalten, das im TV gezeigt wird, beeinflusst ist. Wenig überraschend hat sich in den USA dabei schon in den 80ern herausgestellt, dass die realen Gangster die Kollegen im TV imitieren in Gestus, Sprache und Attitüde. „Schmeiß di weg. Wea häd des dengt?“

Es schadet sicher nicht, sich an den wohl letzten großen Großmeister der Großkritiker, den verschmitzt verknitterten, alten Juden Marcel Reich-Ranitzki, zu erinnern, der schon vor Jahrzehnten meinte: „Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.“ Das gilt übrigens für Internet und KI genauso.

In einer idealen Bildung müssten heute unbedingt die Erkenntnisse eines Edward Bernays tief verankert werden. Um darauf aufbauend die neuesten Einsichten zur Gehirnmanipulation zu lehren.

Uns werden Lügen eingetrichtert von den ersten Schritten bis wir sterben. Kurz und schmerzlos meint Caitlin Johnstone dazu: „Kein Wunder, dass wir immer unglücklicher, dysfunktionaler und verrückter werden.“

Ganz am Ende wird dann das „Imperium der Lügen“ einen finalen Schlag aus Fake News landen. Live und in Farbe im Fernsehen. Popcorn!

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Der Artikel erschien zuerst bei AnderweltOnline unter

https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/der-grosse-manipulations-hammer

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,

zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung entstehen. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar. 

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Reden Sie endlich mit Putin, Herr Merz!

Von Uwe Froschauer 

Deutschland braucht Geopolitik – keine Loyalitätspolitik.

Deutschland erlebt derzeit nicht nur eine Energie- und Wirtschaftskrise, sondern einen massiven strategischen Kontrollverlust. Die politische Führung reagiert darauf nicht mit eigenständiger Interessenpolitik, sondern mit gewohntem Vasallentum. Sie folgt den Interessen der USA, auch wenn sich deren aktuelle Regierung von Deutschland und Europa abwendet. Die US-Politiker wollen kaum mehr mit ihren europäischen Kollegen reden. Dennoch scheint die Illusion einer transatlantischen Freundschaft immer noch in den Köpfen mancher Politiker zu spuken. In der Politik gibt es keine Freundschaft zwischen Ländern, Herr Merz, sondern lediglich Interessen. Das sollte mittlerweile auch bei Ihnen angekommen sein. 

Besonders deutlich wird das Fehlverhalten europäischer „Spitzenpolitiker“ in deren Russlandpolitik – und im demonstrativen Ablehnen einer jeden Form von Dialog mit Russland.

Friedrich Merz steht exemplarisch für diese Haltung. Gespräche mit Moskau gelten für ihn als tabu. Gleichzeitig reist er nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort Energie zu sichern. Diese Reisen sind kein Zeichen von Pragmatismus – sie sind ein Eingeständnis geopolitischen Scheiterns. Sie sind ein Armutszeugnis.

Wenn schon die Amerikaner nicht mehr mit Ihnen reden wollen, Herr Merz, dann sollten Sie es sich mit den Russen nicht auch noch verscherzen. Setzen Sie sich einmal mit dem Wort „Volksvertreter“ auseinander. Es geht hier nicht um Ihre Befindlichkeiten, sondern um die Interessen des Volkes, die Sie angeblich vertreten.

Geopolitik ist Interessenpolitik – nicht Moraltheater

Internationale Politik folgt keiner Ethikkommission, sondern Interessen und geografischen Aspekten. Staaten, die das vergessen, werden nicht moralischer – sie werden irrelevant. Europa und Deutschland spielen bereits in der zweiten Liga und werden bei Beibehalten des dümmlichen Verhaltens des bestehenden Führungspersonals weiter absteigen. Entweder die aktuellen Politmarionetten nehmen einen Kurswechsel vor, oder diese gesinnungsethischen, Europa-zerstörenden Protagonisten räumen ihre Plätze und überlassen sie verantwortungsethischen, progressiven und kreativen Kräften. 

Deutschland hat seine geopolitische Kernlage über Jahrzehnte verstanden als Brücke zwischen West- und Osteuropa, als wirtschaftlicher Knotenpunkt zwischen Atlantik und Eurasien. Diese Rolle war die Grundlage seines Wohlstands.

Heute verabschiedet sich Deutschlands Führung freiwillig aus dieser Position. Die Bürger werden nicht gefragt, sie interessieren nicht. Sie werden verheizt. 

Die ideologieverbrämte, pseudo-wertorientierte EU ist auf Trennungskurs mit Russland. Risse im Konsens mit der EU-Russlandpolitik sind zwischen ihren Mitgliedern jedoch seit längerem spürbar. Parallel zur deutschen Gesprächsverweigerung treibt auch die Europäische Union die endgültige Abkopplung von russischer Energie voran. In Brüssel wird seit Längerem offen darüber gesprochen, russisches Gas, Öl und andere Energieträger vollständig aus dem europäischen Markt zu drängen – nicht nur faktisch, sondern auch politisch und rechtlich dauerhaft. Ziel der bürgerfeindlichen, selbstverherrlichenden und unfähigen Moralapostel in der EU ist eine strukturelle Trennung vom geografischen Nachbarn Russland, unabhängig von künftigen politischen Entwicklungen. Dumm, dümmer geht’s nicht!

Doch dieser Kurs ist innerhalb der EU alles andere als unumstritten – wie öfters von Einheit-demonstrierenden Stimmen behauptet wird. Ungarn unter Viktor Orbán und die Slowakei unter Robert Fico haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie eine vollständige Abkehr von russischer Energie nicht mittragen wollen. Beide Länder verweisen auf ihre wirtschaftliche Realität, ihre geografische Lage und die Gefahr massiver sozialer und industrieller Schäden.

In zentralen Fragen der Energie- und Sanktionspolitik gilt in der EU weiterhin das Prinzip der Einstimmigkeit. Ungarn und die Slowakei haben daher unmissverständlich signalisiert, dass sie entsprechende Vorhaben blockieren beziehungsweise mit einem Veto belegen, sollte Brüssel auf einer kompromisslosen Linie bestehen.

Diese Haltung wird in Westeuropa oft als störend oder illoyal dargestellt. Tatsächlich verweist sie jedoch auf ein grundlegendes Problem der europäischen Politik: Nicht alle Mitgliedstaaten können es sich leisten, Energiepolitik als ideologisches, geopolitisches Symbolprojekt zu betreiben. Was einige Länder demonstrativ als Gutmenschentum und moralische Überlegenheit darstellen – in Wirklichkeit aber politische Dummheit widerspiegelt -, ist für andere eine Frage wirtschaftlichen und auch physischen Überlebens.
Die besonders Dummen sowie die Bellizisten in der EU sind sich anscheinend nicht der Gefahr bewusst, durch ihr törichtes sanktionierendes und kriegstreiberisches Verhalten einen dritten Weltkrieg heraufbeschwören zu können.

Der Widerstand aus Budapest und Bratislava zeigt, dass die angebliche europäische Geschlossenheit in Wahrheit brüchig ist – und dass eine Politik der vollständigen Abkopplung nicht auf gemeinsamen Interessen beruht, sondern auf politischem Druck. Je länger diese Realität ignoriert wird, desto größer wird das Risiko einer offenen Spaltung innerhalb der EU. Über die jetzige Form, Wertesystem und Führung der EU sollte nachgedacht werden. Die Führungsspitze muss ausgetauscht werden, möchte Europa irgendwann wieder auf einen grünen Zweig kommen.

800 Milliarden für den Krieg – und kein Plan für den Frieden

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat zuletzt öffentlich darauf hingewiesen, dass die Europäische Union auf einen finanziellen Pfad zusteuert, der sich – über Jahre gerechnet – auf hunderte Milliarden Euro für die Unterstützung der Ukraine belaufen könnte. In diesem Zusammenhang nannte Orbán eine Größenordnung von bis zu 800 Milliarden Euro, wenn militärische Hilfe, Wiederaufbauzusagen, Kredite, Garantien und langfristige Sicherheitsverpflichtungen zusammengezählt werden.

Unabhängig davon, wie man diese Zahl im Detail bewertet, verweist sie auf ein grundlegendes Problem der europäischen Politik: Die EU diskutiert enorme Summen für die Fortsetzung eines Krieges, während sie kaum über ernsthafte diplomatische Initiativen zu dessen Beendigung spricht.

Statt Friedensanbahnung, Vermittlung oder Sicherheitsgarantien für beide Seiten steht die dauerhafte militärische und finanzielle Eskalation im Mittelpunkt der europäischen Agenda.
Die Verlierer des Ukrainekonflikts – die EU und die Ukraine – wollen ernsthaft dem Sieger Russland einen Diktatfrieden aufzwingen. Auf welchem Planet leben diese Traumtänzer? Auf Fantasia, im Land Schwachmatien? 

Wer solche Summen einplant und einen Diktatfrieden erreichen möchte, plant nicht das Ende eines Krieges – sondern seine Verlängerung.

Besonders brisant ist dieser Kurs im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Entscheidung, sich energiepolitisch endgültig von Russland abzukoppeln. Die EU kappt bewusst wirtschaftliche Verflechtungen, die historisch stets auch stabilisierend wirkten, während sie sich finanziell und politisch immer tiefer in einem von den USA angezettelten Stellvertreterkonflikt verzettelt.

Orbán und auch andere osteuropäische Stimmen warnen davor, dass Europa damit jede eigene Vermittlungsrolle aufgibt. Wer versucht, Russland wirtschaftlich zu isolieren, politisch zu dämonisieren und gleichzeitig Milliarden in die militärische Fortsetzung des Krieges zu investieren, kann nicht glaubhaft als Friedensakteur auftreten.
Wenn man schon dämonisieren möchte, ist Russland das falsche Suchfeld. Man sollte erst einmal vor der eigenen Haustür kehren!

Die EU steht damit vor einer folgenschweren Weichenstellung:

Entweder sie betreibt eine Politik der Deeskalation, Diplomatie und Interessenwahrung – oder sie verfestigt einen Konflikt, dessen Kosten dauerhaft von den europäischen Gesellschaften getragen werden, wirtschaftlich wie sozial. Dass der Großteil der europäischen Bürger dem Narrativ vom „bösen Russen“ glaubt und bei der wirtschaftlichen Zerstörung Europas teilnahmslos zusieht, ist mir bei der Offensichtlichkeit dieser falschen Erzählung schleierhaft.

Mit dem Abbruch der Energie- und Wirtschaftsbeziehungen zu Russland hat Europa nicht Moskau geschwächt – sondern sich selbst. Russland orientiert sich längst neu: nach Asien, in den globalen Süden, in eurasische Bündnisse.

Europäische Unternehmen und Bürger zahlen höhere Energiepreise. Europa verliert industrielle Substanz und bindet sich militärisch, wirtschaftlich und energiepolitisch nach wie vor an die USA, die in Europa längst keinen verlässlichen Partner mehr sehen.  

Das Agieren der EU und seiner Akteure ist keine den EU-Bürgern vorgegaukelte Souveränität, das ist strategische Abhängigkeit von einem unzuverlässigen und unberechenbaren, vermeintlichen „Partner“. Die USA profitieren – Europa zahlt.

Die geopolitische Realität eines zugrunde gehenden Europas ist unbequem, aber existent. Die wirtschaftlichen Folgen der europäischen Russlandpolitik treffen Europa ungleich härter als die USA.

US-Energieexporte nach Europa boomen, während die europäische Industrie an Wettbewerbsfähigkeit massiv verliert. Kapital fließt aus Europa ab und die damit verbundene Deindustrialisierung Europas und Deutschlands wird zur realen Gefahr für den ohnehin angeschlagenen Wohlstand in Europa und Deutschland. Wer das ignoriert, betreibt keine Wertepolitik, sondern Fremdinteressenpolitik, und verrät seine Bürger.

Wenn Gespräche mit Russland als moralisch untragbar gelten, Gespräche mit politisch fragwürdigen Golfmonarchien aber als alternativlos, dann wird eines deutlich: Es geht nicht um Werte, sondern um Aufrechterhaltung einer dummen Ideologie und einer zukunftslosen Bündnistreue. Pipelinegas aus Russland galt jahrzehntelang als stabiler Standortfaktor. LNG aus Katar ist teurer, volatiler und geopolitisch keineswegs risikofrei. Dass diese Option dennoch bevorzugt wird, zeigt: Deutschlands Führungspersonal entscheidet nicht mehr primär nach eigenen Interessen, sondern steht immer noch im Schatten des nicht mehr existierenden, überheblichen „Wertewestens“.

Eurasien formiert sich – Europa schaut zu

Während Europa sich moralisch selbst isoliert, entsteht jenseits seiner Grenzen eine neue geopolitische Realität. Russland, China, Indien, Staaten des Nahen Ostens sowie Teile Afrikas und Südamerikas entwickeln zunehmend eigene Handelsrouten, Finanzmechanismen und Energiepartnerschaften, die nicht mehr vom westlichen System abhängig sind. Projekte wie die Neue Seidenstraße, die Ausweitung der BRICS-Strukturen oder der bilaterale Handel in nationalen Währungen sind keine symbolischen Gesten, sondern der bewusste Versuch, sich dem Zugriff westlicher Sanktions- und Finanzmacht zu entziehen.

Diese Staaten handeln nicht aus ideologischer Nähe zueinander, sondern aus nüchterner Zweckmäßigkeit. Sie reagieren auf eine Weltordnung, in der wirtschaftliche Verflechtung zur politischen Waffe geworden ist. Wer jederzeit vom Dollar-Zahlungssystem ausgeschlossen oder mit Handelsbeschränkungen belegt werden kann, sucht nach Alternativen. Was hier entsteht, ist kein Gegenblock aus Überzeugung, sondern aus Selbsterhaltung.

Europa nimmt an dieser Entwicklung kaum teil. Statt neue Netzwerke mitzugestalten, verharrt es in der Rolle des moralischen Kommentators. Es bewertet diese Prozesse normativ, statt sie strategisch zu verstehen und entsprechend zu handeln. Während anderswo Institutionen und Partnerschaften aufgebaut werden, beschränkt sich Europa darauf, sie politisch zu delegitimieren. Damit verzichtet es nicht nur auf Einfluss, sondern auch auf Mitgestaltung.

Diese Dynamik lässt sich nicht durch Ignorieren aufhalten. Eine multipolare Welt entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch Infrastruktur, Verträge und Abhängigkeiten. Wer sich davon abkoppelt, verliert Anschluss, Einfluss und Gestaltungsmacht. Europas Risiko besteht nicht darin, Teil eines neuen eurasischen Systems zu werden, sondern darin, außen vor zu bleiben, während andere es formen. Moralische Distanz ersetzt keine ökonomische Präsenz und keine geopolitische Positionierung.

Gesprächsverweigerung ist Machtverzicht

Diplomatie ist kein Freundschaftsdienst, sie ist ein Werkzeug zur Durchsetzung eigener Interessen. Wer Gespräche verweigert, verzichtet freiwillig auf dieses Werkzeug.

Deutschland braucht keine Nähe zu Russland – es braucht Handlungsfähigkeit. Dazu gehören Gespräche über Energie, Sicherheit und Wirtschaftsbeziehungen – nicht aus Sympathie, sondern aus strategischer Notwendigkeit.

Verantwortung für Deutschland übernehmen heißt strategisch zu denken.

Friedrich Merz nennt sich Kanzler, aber der Besetzer dieses hohen Amtes sollte geopolitisch denken und die Interessen seines Landes wahrnehmen können. Merz denkt jedoch als BlackRock-Agent, dem die Interessen des Finanzverwalters wichtiger zu sein scheinen als die des eigenen Volkes. Er negiert mit seiner Verhaltensweise deutsche Interessen, schwächt europäische Souveränität und verstärkt Abhängigkeiten, die er und seinesgleichen lediglich umetikettieren.

Eine Politik, die sich auf moralisch überhebliche Abgrenzung beschränkt, während die eigene Wirtschaft Schaden nimmt, ist keine verantwortungsvolle Politik, sondern Verrat am Volk.

Fazit

Deutschland steht an einem geopolitischen Wendepunkt. Entweder es bleibt ein eigenständiger Akteur zwischen den Machtblöcken – oder es wird zum wirtschaftlich geschwächten Anhängsel fremder Strategien.

Herr Merz, reden Sie mit Russland! Nicht, weil Russland recht oder unrecht hat – das steht nicht zur Debatte –, sondern weil es für die Interessen Deutschlands dringend nötig ist. Oder trauen Sie sich nicht, weil Sie des Öfteren Russland und Wladimir Putin unberechtigterweise in einem schlechten Licht erscheinen ließen?


Und wenn Sie schon zum Energiebetteln gehen, dann nicht in Katar, sondern besser in Russland. Vor Putin müssen Sie nicht einmal einen Kotau hinlegen, wie es 2022 unser peinlicher und unfähiger Wirtschaftsminister Robert Habeck seinerzeit in Katar praktizierte.
Putin bezeichnete kürzlich Merz‘ Verhaltensweise als widersprüchlich, weil Deutschland trotz Energieknappheit die verbliebene Nord-Stream-Leitung nicht nutzt, obwohl darüber Gas geliefert werden könnte.

Dito.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Größe Putins, der trotz offen zur Schau getragener deutscher und europäischer Feindseligkeiten Europas Nationen dennoch einige Male die Hand gereicht hat, die ihm Europa aus vermeintlich moralischer Überlegenheit nicht schüttelte. Zeigen Sie sich demütig – das signalisiert Stärke und nicht Schwäche wie die verblendete EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und der unsägliche „Verteidigungsexperte“ Roderich Kiesewetter, der auch den Krieg gerne nach Russland getragen hätte, sowie andere persönlich unterentwickelte Personen vielleicht glauben mögen – und lernen Sie aus Ihren Fehlern. Stolpern kann jeder. Das ist keine Schwäche. Die besteht im Liegenbleiben. Stehen Sie auf, und führen Sie Deutschland aus diesem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Desaster, wenn Sie sich guten Gewissens Bundeskanzler nennen wollen.

Es ist fünf nach zwölf, Herr Merz, handeln Sie endlich!

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, bitte wieder teilen. Danke dafür. Ihnen eine angenehme Zeit.

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, werte Leserinnen, werte Leser,

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Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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Persönliche Entwicklung (Teil 14) – Demut

Von Uwe Froschauer 

Demut – eine vergessene Tugend mit universeller Bedeutung

Demut gehört zu jenen Begriffen, die auf den ersten Blick altmodisch oder missverständlich wirken. Häufig wird sie mit Unterwürfigkeit, Schwäche oder mangelndem Selbstwertgefühl gleichgesetzt. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass Demut in nahezu allen Religionen, Philosophien und spirituellen Heilslehren eine zentrale Rolle spielt – und dort keineswegs als Selbstverleugnung verstanden wird. Vielmehr gilt sie als Ausdruck von innerer Reife, Klarheit und Wahrhaftigkeit.

Im Kern beschreibt Demut eine realistische Selbsteinschätzung. Der demütige Mensch erkennt seine Fähigkeiten ebenso wie seine Grenzen an, ohne sich über andere zu erheben oder sich selbst geringzuschätzen. Sie ist damit das Gegenstück zum Hochmut, der in vielen Traditionen als Quelle von Verblendung, Konflikten und Leid gilt. Demut bedeutet, das eigene Ego nicht zum Mittelpunkt der Welt zu machen, sondern sich als Teil eines größeren Zusammenhangs zu begreifen — sei es göttlich, kosmisch, sozial oder existenziell.

Im Christentum gehört Demut zu den grundlegenden Tugenden. Jesus von Nazareth wird als Vorbild einer Haltung beschrieben, die Macht nicht zur Selbstverherrlichung nutzt, sondern zum Dienen. Seine Botschaft stellt gängige Vorstellungen von Größe und Erfolg auf den Kopf: Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.

Demut bedeutet hier nicht Passivität, sondern eine bewusste Entscheidung gegen Überheblichkeit und für Liebe, Mitgefühl und Verantwortung. Sie ist eng verbunden mit der Einsicht, dass der Mensch nicht alles aus eigener Kraft vermag.

Auch im Judentum wird Demut als Stärke verstanden. Besonders eindrücklich ist die Figur des Mose, der trotz seiner Führungsrolle als der demütigste Mensch gilt. Demut zeigt sich hier in der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst zu verherrlichen. Sie schafft Raum für Weisheit; denn nur wer nicht von sich selbst eingenommen ist, kann wirklich zuhören, lernen und gerecht handeln.

Im Islam nimmt Demut — Tawāḍuʿ — eine ebenso zentrale Stellung ein. Sie richtet sich vor allem auf das Verhältnis des Menschen zu Gott. Alles, was der Mensch besitzt oder erreicht, wird letztlich als Gabe verstanden. Diese Sichtweise fördert Dankbarkeit und Bescheidenheit und schützt vor Hochmut, der im Koran ausdrücklich kritisiert wird. Die körperlichen Gesten des Gebets — Verbeugung und Niederwerfung — bringen diese innere Haltung symbolisch zum Ausdruck: Der Mensch erkennt seine Begrenztheit an und findet gerade darin Würde und Frieden.

In den östlichen Weisheitstraditionen verschiebt sich der Akzent von der moralischen Forderung hin zur erkenntnisbezogenen Einsicht. Der Buddhismus etwa kennt Demut nicht primär als Tugend, sondern als natürliche Folge von Einsicht in die Wirklichkeit.

Da das Ich als vergänglich erkannt wird, verlieren Stolz, Selbstüberhöhung und Kränkung ihre Grundlage. Demut entsteht hier nicht durch Anstrengung, sondern durch das Durchschauen von Illusionen.

Auch im Hinduismus wird das Ego als Schleier verstanden, der die wahre Natur des Selbst verdeckt. Wahre Demut ist die Frucht spiritueller Erkenntnis: Wer sich als Teil des einen Ganzen erkennt, kann sich nicht mehr absolut setzen. In der bhakti-orientierten Frömmigkeit zeigt sich Demut zudem als liebende Hingabe — nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen und Verbundenheit.

Der Taoismus beschreibt Demut als natürliche Haltung im Einklang mit dem Dao, dem ursprünglichen Weg des Lebens. Das Weiche, Stille und Zurückhaltende erweist sich als wirksamer als das Harte und Dominante. Wasser, das stets den tiefsten Punkt sucht, wird zum Sinnbild einer demütigen Kraft. Der Weise stellt sich nicht in den Vordergrund, sondern handelt unauffällig und gerade dadurch nachhaltig. Demut ist hier kein moralischer Anspruch, sondern Ausdruck von Natürlichkeit.

Im Konfuzianismus tritt Demut vor allem in ihrer sozialen Dimension hervor. Bescheidenheit, Respekt und Lernbereitschaft gelten als Voraussetzungen für persönliche Reifung und gesellschaftliche Harmonie. Wer sich selbst nicht überschätzt, kann sich kultivieren und zum Wohl der Gemeinschaft beitragen.

Auch die antike europäische Philosophie kennt Formen der Demut, wenn auch unter anderen Begriffen.

Die Stoiker lehrten eine Haltung, die man als kosmische Demut bezeichnen könnte: Der Mensch soll unterscheiden zwischen dem, was in seiner Kontrolle liegt, und dem, was er annehmen muss. Diese Einsicht führt nicht zur Resignation, sondern zu Gelassenheit, innerer Freiheit und Weisheit. Der Mensch erkennt seinen Platz im Ganzen, ohne sich selbst zu verlieren.

In der modernen Psychologie erlebt Demut zunehmend Aufmerksamkeit. Sie wird verstanden als realistische Selbsteinschätzung, Offenheit für Kritik und Bereitschaft zum Lernen. Studien zeigen, dass demütige Menschen oft stabilere Beziehungen führen, weniger anfällig für Narzissmus sind und besser mit Unsicherheit umgehen können. Auch hier zeigt sich: Demut ist keine Schwäche, sondern eine Ressource.

Über alle religiösen, philosophischen und kulturellen Grenzen hinweg lässt sich ein gemeinsamer Kern erkennen: Demut bedeutet, sich selbst nicht zum Maß aller Dinge zu machen, ohne den eigenen Wert zu verleugnen. Sie verbindet Klarheit mit Mitgefühl, Wahrheit mit Offenheit und Selbstbewusstsein mit Begrenztheit. In einer Zeit, die stark von Selbstinszenierung, Konkurrenz und permanenter Bewertung geprägt ist, gewinnt Demut eine neue Aktualität. Sie lädt dazu ein, das eigene Leben nicht aus der Logik des Vergleichs, sondern aus der Tiefe von Verbundenheit, Verantwortung und Wahrhaftigkeit zu gestalten.

Politische Sprache im Licht philosophischer Demut

Demut gehört zu jenen Tugenden, die politisch selten eingefordert werden, philosophisch jedoch als Voraussetzung verantwortlichen Handelns gelten. Sie ist keine Geste der Schwäche, sondern Ausdruck realistischer Selbsterkenntnis. Aristoteles beschrieb Tugend als die Fähigkeit, Maß zu halten — als Mitte zwischen Mangel und Übermaß. Hochmut (Hybris) war für ihn kein Zeichen von Größe, sondern von Maßlosigkeit: das Überschreiten der eigenen Rolle, das Vergessen der eigenen Begrenztheit. Betrachtet man die politische Sprache der Gegenwart, entsteht der Eindruck, dass genau dieses Maß zunehmend verloren geht.

Selbstgewissheit statt Maß: Emmanuel Macron

Als Emmanuel Macron 2017 erklärte, man müsse „nur über die Straße gehen, um einen Job zu finden“, war die Empörung groß. Philosophisch betrachtet liegt das Problem dieser Aussage weniger in ihrer Provokation als in ihrem impliziten Menschenbild: Der Einzelne erscheint als autonomes, rational steuerbares Subjekt, das lediglich Willen zeigen muss, um erfolgreich zu sein. Slogans wie „Just do it“ des Sportartikelherstellers Nike weisen in die gleiche Richtung. Aristoteles hätte darin eine Verkennung der Umstände gesehen — jener sozialen, ökonomischen und biografischen Bedingungen, ohne deren Berücksichtigung moralische Urteile leer bleiben.

Später, als Macron betonte, Europa dürfe „nicht schwach oder defätistisch“ sein, verschob sich der Ton von sozialer Vereinfachung zu geopolitischer Selbstvergewisserung. Stärke wurde zur moralischen Kategorie erhoben. Doch Stärke ohne Selbstzweifel ist philosophisch prekär. Sie kippt leicht in das, was Augustinus als “Superbia” bezeichnete: jene innere Haltung, in der der Mensch sich selbst zum Maßstab erhebt und vergisst, dass sein Wissen immer fragmentarisch bleibt.

Die radikale Selbstabsolutierung: Donald Trump

Bei Donald Trump tritt diese Superbia offen zutage. „Ich allein kann das Problem lösen“ — dieser Satz markiert einen Bruch mit jeder Tradition politischer Demut. Für Augustinus war Hochmut die Ursünde; nicht weil er laut ist, sondern weil er den Menschen glauben lässt, er sei sich selbst genug. Trumps wiederholte Behauptungen, niemand wisse mehr als er selbst, oder seine Bezeichnung kritischer Medien als „Feinde des Volkes“, lassen keinen Raum für Korrektur, Dialog oder Lernfähigkeit.

Aus kantischer Perspektive ist dies besonders problematisch. Kant verstand politische Vernunft als prinzipiell begrenzt: Kein Mensch dürfe sich anmaßen, den allgemeinen Willen vollständig zu verkörpern. Wer sich selbst zur letzten Instanz erklärt, handelt nicht autonom, sondern despotisch — auch dann, wenn er demokratisch gewählt wurde.

Macht ohne Selbstrelativierung: Ursula von der Leyen

Auch subtilere Formen der Überheblichkeit verdienen philosophische Aufmerksamkeit.

Wenn Ursula von der Leyen sagt: „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, ist dies zunächst ein Ausdruck kollektiver Solidarität. Doch zugleich verschiebt sich hier die Sprache vom Abwägen zur moralischen Eindeutigkeit. Die eigene Position wird nicht mehr als politisch, sondern als normativ überlegen präsentiert.

Kant hätte hierin eine Gefahr gesehen: Moralische Gewissheit ohne Selbstprüfung. In seiner Schrift „Zum ewigen Frieden” warnt er davor, politische Ziele mit moralischer Unfehlbarkeit zu verwechseln. Demut zeigt sich für Kant gerade darin, politische Entscheidungen als fehlbar zu begreifen — und sie deshalb begründungsfähig zu halten.

Rhetorische Überlegenheit im nationalen Diskurs: Friedrich Merz

Wenn Friedrich Merz über politische Gegner wie zum Beispiel Olaf Scholz sagt, andere Staats- und Regierungschefs hätten „keine Lust mehr“, ihnen zuzuhören, dann ist dies mehr als zugespitzte Kritik. Es ist eine rhetorische Hierarchisierung: Der Sprecher stellt sich über den anderen; nicht argumentativ, sondern symbolisch. Aristoteles hätte hierin ein Zeichen fehlender „Phronesis” gesehen — jener praktischen Klugheit, die nicht nur Recht behalten, sondern das Gemeinwohl im Blick haben will.

Politische Klugheit verlangt, Kritik so zu formulieren, dass sie Verständigung ermöglicht. Wo Sprache hingegen auf Überlegenheit zielt, wird sie selbst zum Machtinstrument — und verliert ihren ethischen Maßstab.

Die stille Arroganz: Olaf Scholz

Bemerkenswert ist, dass Hochmut nicht nur im Lauten, sondern auch im Schweigenden existiert. Olaf Scholz’ oft kritisierter Kommunikationsstil — ausweichend, formelhaft, distanziert — wurde von Kommentatoren als Überheblichkeit interpretiert. Philosophisch lässt sich dies als negative Form der Superbia lesen: nicht als Selbstverherrlichung, sondern als implizite Annahme, keine Rechenschaft schuldig zu sein.

Kant jedoch sah öffentliche Rechtfertigung als Kern republikanischer Moral. Wer Macht ausübt, müsse bereit sein, seine Gründe öffentlich darzulegen. Demut zeigt sich hier nicht im Tonfall, sondern im Willen zur Erklärung.

Fazit zu Demut in der Politik

Demut sollte auch in der Politik zur Tugend erhoben werden.
Was diese Beispiele verbindet, ist kein moralisches Versagen Einzelner, sondern ein struktureller Wandel politischer Selbstdeutung. Führung wird mit Gewissheit verwechselt, Zweifel mit Schwäche. Doch Aristoteles, Augustinus und Kant sind sich in einem Punkt einig: Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.

Demut ist daher keine sentimentale Tugend, sondern eine politische Notwendigkeit. Sie bedeutet, Macht als vorläufig zu verstehen, Wissen als begrenzt und Entscheidungen als korrigierbar. In einer Zeit globaler Unsicherheit wäre Demut nicht das Ende von Führung — sondern ihr reifster Ausdruck.

„Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.“

Dieser Satz beschreibt nicht nur eine individuelle Haltung, sondern benennt ein strukturelles Problem gegenwärtiger europäischer Politik. Gerade im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine zeigt sich, wie sehr politische Orientierung verloren gehen kann, wenn Macht mit moralischer Gewissheit verwechselt wird.

Die europäische Politik tritt in diesem Konflikt häufig mit dem Anspruch auf, auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen. Dieser Anspruch erzeugt eine Rhetorik der Alternativlosigkeit: Waffenlieferungen gelten als moralische Pflicht, Eskalationsrisiken als notwendiger Preis, diplomatische Initiativen als naiv oder gefährlich. Was dabei zunehmend verschwindet, ist das Bewusstsein eigener Begrenztheit — strategisch, historisch, militärisch und moralisch.

Hier wird Demut zu einer politischen Leerstelle. Nicht im Sinne von Nachgiebigkeit oder Kapitulation, sondern als Anerkennung der Tatsache, dass komplexe geopolitische Konflikte sich nicht aus moralischer Überlegenheit heraus steuern lassen. Wer glaubt, die Dynamik eines Krieges kontrollieren zu können, nur weil die eigenen Motive als gerecht empfunden werden, überschätzt die eigene Wirkmacht und unterschätzt die Unberechenbarkeit von Eskalation.

Die Arroganz zeigt sich dabei weniger in einzelnen Entscheidungen als in der Haltung, mit der sie getroffen werden. Wissen wird als ausreichend betrachtet, Prognosen als verlässlich, Folgen als beherrschbar. Abweichende Stimmen — insbesondere solche, die auf diplomatische Möglichkeiten oder langfristige Risiken hinweisen — werden rasch delegitimiert. Zweifel gilt als Schwäche, Zurückhaltung als mangelnde Solidarität. Doch genau hier bestätigt sich der Satz: Wer seine Begrenztheit vergisst, verliert seine Orientierung.

Demut wäre in diesem Kontext keine sentimentale Tugend, sondern eine politische Notwendigkeit. Sie würde bedeuten, Macht als vorläufig zu verstehen — auch die eigene —, und Wissen als begrenzt — insbesondere über die inneren Dynamiken eines Krieges. Und Entscheidungen als korrigierbar; nicht als moralisch sakrosankt. Eine demütige Politik würde Eskalation nicht ausschließen, aber sie würde sie nicht als Beweis von Entschlossenheit verklären.

Gerade Europa, das sich gern als zivilisatorische Friedensmacht versteht, läuft Gefahr, diesen Anspruch durch moralische Selbstgewissheit zu untergraben. Führung zeigt sich nicht darin, keine Zweifel zuzulassen, sondern darin, Verantwortung auch für unbeabsichtigte Folgen zu übernehmen.

Demut in weiteren Lebensbereichen

Demut gilt oft als ein Begriff der Religion oder als moralische Kategorie politischer Rhetorik. Dabei wird übersehen, dass sie weit über diese Kontexte hinausreicht. Jenseits von Glaubenssystemen und Ideologien lässt sich Demut als eine grundlegende Haltung beschreiben, die den Menschen in ein realistisches Verhältnis zu sich selbst, zu anderen und zur Welt setzt.

In der persönlichen Entwicklung zeigt sich Demut zunächst als die Fähigkeit zur Selbstbegrenzung. Sie bedeutet nicht Selbstabwertung, sondern die Anerkennung eigener Unvollkommenheit.

Wer demütig ist, gesteht sich Irrtümer zu und bleibt lernfähig. In einer Kultur, die Selbstoptimierung und ständige Sichtbarkeit fordert, wirkt diese Haltung beinahe subversiv: Demut erlaubt es, nicht alles kontrollieren zu müssen und dennoch handlungsfähig zu bleiben.

Auch im Bereich von Bildung und Wissenschaft spielt Demut eine zentrale Rolle. Erkenntnis entsteht hier nicht aus Gewissheit, sondern aus Zweifel. Wissenschaftliche Demut bedeutet, Wissen stets als vorläufig zu begreifen und offen zu bleiben für Korrekturen. Lernen wird so zu einem Prozess des fortwährenden Fragens, nicht des endgültigen Besitzes von Wahrheit. Diese Haltung schützt vor Dogmatismus und intellektueller Überheblichkeit.

Gerät diese Haltung unter Druck, verliert Wissenschaft ihre kritische Funktion. Der Vorwurf „bezahlter Wissenschaft“ speist sich weniger aus der Behauptung offener Manipulation als aus der Wahrnehmung struktureller Abhängigkeiten: Forschungsförderung, politische Erwartungshaltungen und mediale Verwertungslogiken können Anreize setzen, bestimmte Narrative zu bestätigen, statt sie zu hinterfragen. Wo Ergebnisse anschlussfähig an Regierungspositionen sein müssen, wird Zweifel schnell als Störung empfunden.

Gerade hier wäre wissenschaftliche Demut unverzichtbar. Sie würde bedeuten, Unsicherheiten transparent zu benennen, Widersprüche auszuhalten und Dissens nicht als Bedrohung, sondern als Qualitätsmerkmal zu begreifen. Eine Wissenschaft, die ihre Vorläufigkeit verschweigt, um politischer Handlungsfähigkeit zu dienen, riskiert ihre Glaubwürdigkeit. Sie tauscht Erkenntnisoffenheit gegen Autorität und füttert damit den Vorwurf der Instrumentalisierung.

Demut schützt Wissenschaft vor der Versuchung, sich als letzte Instanz politischer Wahrheit zu inszenieren. Sie erinnert daran, dass wissenschaftliche Beratung politische Entscheidungen nicht ersetzen kann — und auch nicht legitimieren sollte. Wo Wissenschaft sich dem Anspruch entzieht, endgültige Antworten zu liefern, bleibt sie kritisch, unabhängig und vertrauenswürdig. Wo sie hingegen Gewissheit simuliert, um Narrative zu stabilisieren, verliert sie ihre orientierende Kraft.

In der Arbeitswelt und insbesondere in Führungsrollen gewinnt Demut zunehmend an Bedeutung. Führung, die auf Demut basiert, verzichtet auf Allwissenheitsansprüche und versteht Autorität als Verantwortung. Sie schafft Räume, in denen andere gehört werden, und erkennt an, dass Erfolg selten das Werk Einzelner ist. Demut wirkt hier als soziales Bindemittel, das Zusammenarbeit und Vertrauen ermöglicht.

Zwischenmenschlich zeigt sich Demut in der Bereitschaft, die eigene Perspektive nicht absolut zu setzen. In Beziehungen bedeutet sie, Fehler einzugestehen, zuzuhören und Konflikte nicht als Machtkämpfe zu begreifen. Demut schafft Augenhöhe, weil sie die Verletzlichkeit aller Beteiligten anerkennt. Sie ist damit eine Voraussetzung für Empathie und echte Nähe.

Besonders deutlich wird die Notwendigkeit von Demut im Verhältnis des Menschen zur Natur. Angesichts ökologischer Krisen offenbart sich die Illusion menschlicher Allmacht. Ökologische Demut bedeutet, den Menschen nicht als Herrscher, sondern als Teil komplexer ökologischer Systeme zu begreifen. Sie fordert Zurückhaltung, Verantwortung und ein Bewusstsein für die Grenzen technischer Machbarkeit.

Demut im Rahmen der Digitalisierung

Auch im digitalen Raum sollte in Form von Demut eine korrigierende Kraft entfaltet werden. Sie zeigt sich hier als Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten, Fehler zu korrigieren und andere Perspektiven gelten zu lassen. In einer Zeit beschleunigter Kommunikation wird Demut zur Voraussetzung einer respektvollen Diskurskultur.

Dem Begriff Demut kommt im Zeitalter digitaler Kontrolle besondere Bedeutung zu.
Die digitale Transformation hat neue Formen von Macht hervorgebracht. Digitale Identitäten, algorithmische Entscheidungsstrukturen, Chat-Überwachung und automatisierte Inhaltskontrollen greifen tief in den Alltag ein — oft unsichtbar, oft als alternativlos kommuniziert. Nichts im Leben ist alternativlos, werte Leserinnen und Leser! In diesem Spannungsfeld gewinnt Demut eine neue, politische wie gesellschaftliche Bedeutung, die über klassische Moralvorstellungen hinausgeht.

Demut kann hier als Gegenhaltung zu einem Kontrollanspruch verstanden werden, der sich aus technischer Machbarkeit speist. Wo Daten gesammelt werden können, entsteht schnell die Versuchung, sie auch umfassend zu nutzen; wo Kommunikation analysierbar ist, wächst der Wunsch nach Vorhersagbarkeit und Steuerung.

Digitale Demut bedeutet, anzuerkennen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch legitim, notwendig oder folgenlos ist. Sie fordert Zurückhaltung gegenüber dem Zugriff auf intime Lebensbereiche.

Im Kontext digitaler Identität zeigt sich Demut als Respekt vor der Vielschichtigkeit des Menschen. Digitale Identitätssysteme tendieren dazu, Individuen auf stabile, überprüfbare und verwertbare Merkmale zu reduzieren. Demut widerspricht dieser Reduktion. Sie erkennt an, dass Identität situativ, wandelbar und nicht vollständig erfassbar ist. Eine demütige digitale Ordnung würde daher Räume für Anonymität, Widerspruch und Unschärfe zulassen, statt lückenlose Eindeutigkeit zu erzwingen. Echte Demokratie ist demütig.

Besonders deutlich wird der Mangel an Demut in Formen der Chat- und Kommunikationskontrolle. Wenn private Kommunikation präventiv überwacht wird, geschieht dies häufig im Namen von Sicherheit oder Ordnung. Demut würde hier bedeuten, die eigene Fehlbarkeit staatlicher und technischer Systeme mitzudenken. Algorithmen irren, Kontexte werden missverstanden, Macht kann missbraucht werden. Eine demütige Haltung erkennt diese Risiken an und setzt auf klare Grenzen, Transparenz und Verhältnismäßigkeit.

Auch Zensur — ob staatlich, privatwirtschaftlich oder algorithmisch vermittelt — offenbart ein Spannungsverhältnis zur Demut. Wer Inhalte kontrolliert, beansprucht Deutungshoheit darüber, was sagbar ist und was nicht. Löschungen von nicht-regierungstreuen, dissentierten Artikeln und Videos im Internet sind nichts anderes als moderne Bücherverbrennung. Demut hingegen akzeptiert Ambiguität, Widerspruch und Unordnung im öffentlichen Diskurs. Sie vertraut darauf, dass gesellschaftliche Auseinandersetzung nicht vollständig steuerbar ist und dass offene Kommunikation ein gewisses Maß an Unsicherheit erfordert.

Im digitalen Raum ist Demut daher eng mit Machtkritik verbunden. Sie richtet sich nicht primär an Nutzerinnen und Nutzer, sondern an Institutionen, Plattformen und Gesetzgeber. Demut bedeutet hier, Kontrolle nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern als Ultima Ratio. Sie verlangt, technologische Systeme so zu gestalten, dass sie dem Menschen dienen — nicht umgekehrt.

Gleichzeitig betrifft digitale Demut auch den individuellen Umgang mit Technik. Sie äußert sich in Skepsis gegenüber totaler Transparenz, in Zurückhaltung beim Teilen persönlicher Daten und im Bewusstsein dafür, dass digitale Spuren dauerhaft wirken.

So wird Demut im Kontext digitaler Kontrolle zu einer ethischen Leitkategorie. Sie steht für Maßhalten in einer Welt, in der Überwachung, Profilbildung und Verhaltenssteuerung technisch trivial geworden sind. Demut erinnert daran, dass Freiheit nicht dort beginnt, wo alles sichtbar ist, sondern dort, wo Grenzen respektiert werden — auch und gerade im Digitalen.

Fazit

Demut ist keine moralische Schwäche, sondern eine Form der Stärke. Sie verzichtet auf Selbstüberhöhung, ohne Selbstwirksamkeit aufzugeben. Demut ist eine Haltung der Weltzugewandtheit — leise, aber tragfähig. In einer Zeit, die von „Gewissheiten”, Ansprüchen und Überforderung geprägt ist, eröffnet sie einen Raum für Maß, Verantwortung und menschliche Verbundenheit.

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MEG – Make Eurasia Greater

Eine mögliche Antwort auf Trumps globale Erpressungspolitik

Von Uwe Froschauer

Das Ende der Illusionen

Mit Donald Trumps Rückkehr auf die politische Weltbühne ist eine Wahrheit endgültig nicht mehr zu leugnen: Die transatlantische Partnerschaft war nie ein Wertebündnis, sondern immer ein Machtverhältnis. Trump hat diese Realität lediglich offen ausgesprochen, während seine Vorgänger sie rhetorisch verschleierten. Zölle, Sanktionsdrohungen, militärischer Druck und wirtschaftliche Erpressung gehören seit Jahrzehnten zum Instrumentarium amerikanischer Außenpolitik. Neu ist nicht die Methode, sondern die Unverblümtheit.

Europa steht damit vor einer strategischen Weggabelung. Entweder es akzeptiert dauerhaft die Rolle eines geopolitischen Vasallen oder es beginnt, eigenständige Machtpolitik zu betreiben. Der hier skizzierte Gegenentwurf trägt bewusst eine provokante Abkürzung: MEG – Make Eurasia Greater. Gemeint ist kein ideologisches Projekt, sondern eine geopolitische Notwendigkeit. Ein eurasischer Machtblock, der Europa, Russland und große Teile Asiens wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und strategisch enger verbindet, wäre erstmals in der Lage, der amerikanischen Hegemonie strukturell etwas entgegenzusetzen.

US-Hegemonie durch Militärbasen

Die globale Vormachtstellung der Vereinigten Staaten beruht weniger auf ökonomischer Produktivität als auf militärischer Infrastruktur. Ein weltumspannendes Netz von Stützpunkten sichert Handelswege, Rohstoffzugänge und politische Loyalitäten. Das amerikanische Militär fungiert damit faktisch als Ordnungsfaktor einer Weltwirtschaft, deren Währung, Finanzsystem und Sicherheitspolitik aufeinander abgestimmt sind.

Europa ist Teil dieses Systems. Die Präsenz amerikanischer Truppen auf europäischem Boden dient nicht primär dem Schutz Europas, sondern der strategischen Einbindung Europas in amerikanische Interessen. Die Kontrolle über politische Entscheidungen folgt aus militärischer Abhängigkeit. Wer seine Sicherheit an die USA delegiert, überträgt auch seine Außenpolitik auf sie.

Trumps Vorgehen ist lediglich die explizite Form dieses Zusammenhangs. Schutz wird zur Ware, Loyalität zur Voraussetzung, Abweichung zur Sanktion. Was früher diplomatisch kaschiert wurde, wird nun offen eingefordert. Europas Spielraum schrumpft proportional zu seiner sicherheitspolitischen Abhängigkeit.

Der Mythos vom „Wertewesten“

Ein zentrales Hindernis europäischer Emanzipation liegt nicht in Washington, sondern in Brüssel. Die politische Führung der Europäischen Union operiert seit Jahren mit einem moralischen Selbstbild. Der Westen erscheint darin als Träger vermeintlich universeller Werte, aus denen sich ein globaler Führungsanspruch ableitet. Außenpolitik wird zur Mission, nicht zur Interessenvertretung.

Dieses Denken ist gesinnungsethisch, nicht verantwortungsethisch. Es bewertet Handlungen nach ihrer moralischen Intention – die gar nicht so moralisch ist –, und nicht nach ihren realen Folgen. Diplomatie wird durch Belehrung ersetzt, Interessenausgleich durch Sanktion, Stabilisierung durch Eskalation. Politikerinnen wie Ursula von der Leyen oder Kaja Kallas verkörpern diesen Ansatz exemplarisch. Außenpolitik wird zur Wertekommunikation, und nicht zum Instrument zur Durchsetzung europäischer Interessen.

Auch Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron, Keir Starmer oder Friedrich Merz haben dieses Paradigma übernommen. Transatlantische Loyalität galt und gilt immer noch als moralischer Maßstab, nicht als strategische Entscheidung. Doch Trumps Politik macht deutlich, dass moralische Loyalität nicht erwidert, sondern instrumentalisiert wird. Wer glaubt, auf diese Weise Anerkennung zu gewinnen, verwechselt Rhetorik mit Realität.

Europas versäumte Emanzipation

Europa hätte sich mehrfach von der amerikanischen Vormundschaft lösen können. Nach dem Irakkrieg, nach der Finanzkrise, nach Libyen, spätestens nach der Zerstörung von Nord Stream. Doch stattdessen wurde die militärische Integration vertieft, die politische Unterordnung verfestigt und die strategische Eigenständigkeit weiter aufgegeben. Diese Entwicklung wurde ideologisch als Solidarität legitimiert, faktisch bedeutete sie den Verzicht auf Autonomie.

Während andere Mächte ihre Lieferketten absicherten und Ressourcenpolitik betrieben, verzichtete Europa auf jede Form von Machtpolitik im Glauben, moralisch über den Konflikten zu stehen. Das Resultat ist sichtbar: Deindustrialisierung, Energiepreisexplosion, sicherheitspolitische Ohnmacht und diplomatische Irrelevanz. Europa verwaltet seinen eigenen Bedeutungsverlust mit moralischem Pathos – eine Einstellung, die zum sicheren Untergang führt.

Russland und der geopolitische Realismus

Die Dämonisierung Russlands gehört zum Kern westlicher Diskurse. Dabei wird häufig ausgeblendet, dass die großen militärischen Interventionen der letzten Jahrzehnte überwiegend von westlichen Staaten ausgingen. Vietnam, Irak, Afghanistan, Serbien oder Libyen waren keine russischen Projekte. Seit Bestehen der USA betreibt diese wie zuvor Großbritannien imperialistische Machtpolitik. Russische Machtpolitik war historisch territorial begrenzt und sicherheitsorientiert, amerikanische Machtpolitik global und hegemonial.

Das bedeutet nicht, russisches Handeln zu idealisieren. Es bedeutet, es realistisch einzuordnen. Für Europa stellt sich nicht die Frage nach moralischer Sympathie, sondern nach strategischem Nutzen. Russland bietet geographische Nähe, Energie, Rohstoffe und kompatible Sicherheitsinteressen. Ein Ausgleich würde Spannungen reduzieren, Industrie stabilisieren und politischen Handlungsspielraum erweitern. Der Bruch Europas mit Russland war keine Notwendigkeit, sondern eine politisch beeinflusste Entscheidung.

Eurasien als Machtblock

Ein eurasischer Block müsste nicht ideologisch homogen sein. Seine Stärke läge in der Ergänzung unterschiedlicher Potenziale. Europa verfügt über Technologie und industrielle Kompetenz, Russland über Rohstoffe und militärische Abschreckung, Asien – insbesondere Indien und China – über Märkte und Produktionskapazitäten. Zusammen ergäbe sich ein Wirtschaftsraum, der Dollarabhängigkeit reduzieren und Sanktionsmacht neutralisieren könnte.

Ein solcher Block wäre nicht offensiv, sondern stabilisierend. Er hätte keine globale Mission, sondern regionale Ordnung zum Ziel. Die NATO würde dadurch nicht frontal bekämpft, sondern politisch überflüssig. Sicherheit entstünde aus Ausgleich, nicht aus Blockkonfrontation.

Die personelle Dimension

Eine solche Neuausrichtung ist mit dem bestehenden politischen Personal in Europa kaum vorstellbar. Die gegenwärtigen Spitzenpolitiker verkörpern den alten Konsens aus Transatlantismus, Moralrhetorik und Gefolgschaftspolitik. Ein Kurswechsel erfordert neue Denkweisen, eine Abkehr von Gesinnungsethik und die Anerkennung geopolitischer Realität. Ohne mentalen Wandel bleibt jede Debatte über europäische Autonomie folgenlos.

Zwischenfazit

„Make Eurasia Greater“ ist keine Utopie, sondern eine strategische Option. Die USA werden ihre Hegemonie nicht freiwillig aufgeben. Europa kann sie nicht moralisch überwinden, sondern nur strukturell begrenzen. Dazu braucht es militärische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit, diplomatische Offenheit und politische Erneuerung. Europa muss aufhören, sich als moralisches Gewissen der Welt zu verstehen, und anfangen, sich als Macht zu begreifen.

Trump als Symptom

Donald Trump ist kein Betriebsunfall der amerikanischen Politik, sondern ihre Zuspitzung. Die Grundlinien amerikanischer Außenpolitik sind seit dem Ende des Kalten Krieges konstant geblieben: Sicherung der Dollar-Dominanz, Kontrolle zentraler Handelswege und Verhinderung konkurrierender Machtzentren. Der Unterschied liegt allein im Stil. Frühere Präsidenten verkleideten Machtpolitik als Wertepolitik, Trump entkleidet sie ihrer Rhetorik.

Wenn er europäische Staaten mit Zöllen bedroht oder Schutz zur Verhandlungsmasse macht, verletzt er nicht die Logik der US-Politik, sondern ihre Konventionen. Für Europa ist das gefährlich, aber auch aufklärend. Loyalität garantiert keine Sicherheit, sie erzeugt Abhängigkeit.

Die NATO als Anachronismus

Die NATO gilt in Europa als Verteidigungsbündnis. Tatsächlich ist sie längst ein Interventionsinstrument unter amerikanischer Führung. Ihre reale Funktion besteht in der politischen Bindung Europas an Washington, in militärischen Kommandostrukturen ohne europäische Autonomie und in der strategischen Ausrichtung auf amerikanische Bedrohungsbilder.

Der Ukrainekrieg hat diese Struktur bestätigt. Europa liefert Geld, Waffen und Legitimation, während die USA die strategische Zielsetzung bestimmen. Eine eigenständige europäische Sicherheitsarchitektur müsste defensiv, regional und unabhängig organisiert sein. Ein eurasischer Sicherheitspakt hätte keine globale Mission, sondern müsste lediglich verhindern, dass Konflikte eskalieren.

Ökonomische Selbstschädigung

Die Abkopplung von Russland war ökonomisch ein Akt der Selbstverstümmelung. Günstige Energie bildete die Grundlage europäischer Industrie. Mit ihrem Wegfall steigen Produktionskosten, wandert Industrie ab und sinkt Wettbewerbsfähigkeit. Die neue Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas ist teurer, ökologisch schlechter und politisch riskanter.

Gleichzeitig zwingt die Sanktionspolitik Europa, Märkte aufzugeben, während andere Mächte diese Lücken füllen. Europa schwächt sich selbst und verklärt diesen Niedergang als moralische Haltung.

China und die falsche Feindschaft

China wird zunehmend als systemischer Gegner behandelt, obwohl es primär wirtschaftlicher Konkurrent ist. Seine Interessen liegen in stabilen Handelswegen und politischer Anerkennung. Ein eurasischer Rahmen würde China einbinden, berechenbarer machen und Eskalation verhindern. Europa würde davon ökonomisch profitieren und strategische Optionen gewinnen. Die amerikanische Linie setzt dagegen auf Konfrontation ohne Nutzen.

Die Schwäche der Gegenargumente

Der Vorwurf, Russland sei unzuverlässig, übersieht, dass insbesondere westliche Staaten Verträge gebrochen haben. Verlässlichkeit entsteht nicht aus Moral, sondern aus gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Abhängigkeit – auch in geografischer Hinsicht. Die Sorge vor einer autoritären Dominanz Russlands verkennt, dass Kooperation keine Systemangleichung verlangt. Die Behauptung, nur die USA garantierten europäische Sicherheit, ignoriert Trumps eigene Drohungen. Die Kritik, ein Ausgleich mit Russland legitimiere Gewalt, blendet westliche Interventionen in der Vergangenheit aus.

Der mentale Bruch

Der entscheidende Wandel ist kulturell. Europa muss aufhören, Politik zu moralisieren, und anfangen, sie zu kalkulieren. Gesinnungsethik fragt nach dem Richtigen, Verantwortungsethik nach den Folgen. Die europäische Politik der letzten Jahre war moralisch konsistent und strategisch verlustreich. MEG verlangt das Gegenteil: nüchterne Analyse, flexible Allianzen und pragmatische Kooperation.

Stufenmodell

Eine Umsetzung würde mit strategischer Autonomie beginnen, militärisch und institutionell. Darauf folgte wirtschaftliche Entkopplung von amerikanischer Hegemonie durch Rohstoffabkommen, alternative Zahlungssysteme und eigenständige Handelsverträge. Ein Sicherheitsdialog mit Russland müsste folgen, ergänzt durch Rüstungskontrolle und Neutralisierung von Konfliktzonen. Am Ende stünde eine institutionalisierte eurasische Kooperation.

Das Tabu der Abhängigkeit

Europa vermeidet es, seine Abhängigkeit einzugestehen. Es spricht von Partnerschaft und meint Gefolgschaft, von Werten und meint Blockzugehörigkeit, von Sicherheit und meint Delegation. MEG bricht dieses Tabu. Europa ist kein Juniorpartner, kein moralischer Lehrer, sondern ein politischer Akteur.

Zwischenfazit

Trumps Politik zwingt Europa zur Entscheidung zwischen moralischer Reaktion und strategischem Handeln. Ein eurasischer Machtblock ist kein Idealbild, aber eine reale Option. Er ist realistischer als die Hoffnung auf amerikanische Fairness.

Der geopolitische Moment

Die Weltordnung befindet sich in einem Übergangsstadium. Die amerikanische Hegemonie ist noch wirksam, aber nicht mehr stabil. China ist wirtschaftlich stark, aber politisch fragmentiert. Russland ist militärisch präsent, aber ökonomisch begrenzt. Europa wiederum ist reich, aber strategisch schwach. Diese Konstellation ist historisch ungewöhnlich. Sie eröffnet Spielräume, die in Zeiten klarer Blockdominanz nicht existieren.

Gerade in solchen Übergangsphasen entscheidet sich, ob politische Akteure Gestalter oder Objekte der Geschichte werden. Europa hat sich in den letzten Jahrzehnten systematisch für die Rolle des Objekts entschieden. Es hat sich in eine Ordnung eingefügt, die von anderen definiert wurde, und diese Anpassung als moralische Tugend verklärt. Doch Hegemonien enden nicht durch Einsicht, sondern durch strukturelle Verschiebung. Wer diese Verschiebung nicht aktiv gestaltet, wird von ihr gestaltet.

MEG ist Ausdruck dieser historischen Situation. Es ist keine Vision einer harmonischen Welt, sondern eine Reaktion auf das Machtvakuum, das entsteht, wenn alte Ordnungen erodieren und neue noch nicht stabil sind.

Europa zwischen Bedeutung und Bequemlichkeit

Der europäische Kontinent verfügt über wirtschaftliche Substanz, technologische Kompetenz und kulturelle Kohärenz. Was ihm fehlt, ist politischer Wille. Der Verlust an strategischer Eigenständigkeit wurde durch Wohlstand kompensiert, durch amerikanischen Schutz abgesichert und durch moralische Rhetorik legitimiert. Dieses Arrangement funktionierte, solange die USA bereit waren, Kosten zu tragen und Europa als Partner zu behandeln.

Trumps Politik beendet diese Komfortzone. Sie macht sichtbar, dass Abhängigkeit nicht mit Loyalität verwechselt werden darf. Europa steht vor der Wahl, seine politische Bedeutung zurückzugewinnen oder sich dauerhaft in sicherheitspolitische Protektion zu fügen. Die erste Option ist riskanter, aber selbstbestimmt. Die zweite ist stabiler, aber entmündigend.

Ein eurasischer Ausgleich würde Europa zwingen, Verantwortung zu übernehmen. Er würde es aus der Rolle des moralischen Kommentators in die Rolle des strategischen Akteurs führen. Genau deshalb ist er politisch so schwer durchsetzbar. Er erfordert Mut zur Ambivalenz und den Abschied von einfachen Freund-Feind-Erzählungen, wie sie vom momentanen europäischen „Spitzenpersonal“ kommuniziert werden.

Die Illusion der moralischen Außenpolitik

Die Vorstellung, Außenpolitik könne primär moralisch gestaltet werden, ist ein Luxus stabiler Ordnungen. In instabilen Systemen wird Moral zum Instrument der Selbsttäuschung. Sie dient dazu, Entscheidungen nicht treffen zu müssen, weil sie bereits als richtig etikettiert sind. Europa hat diese Haltung perfektioniert. Es verurteilt, statt zu verhandeln, sanktioniert, statt zu integrieren, und eskaliert, statt auszugleichen.

Dabei ist Moral kein Ersatz für Strategie. Sie kann Orientierung geben, aber keine Ordnung schaffen. Eine Politik, die ihre eigenen Folgen nicht kalkuliert, ist nicht ethisch, sondern verantwortungslos. MEG bedeutet daher nicht, Werte aufzugeben, sondern sie ihrer politischen Funktion zu entkleiden. Nicht jedes moralisch empfundene Ziel ist geopolitisch tragfähig.

Ein Ausgleich mit Russland oder eine Kooperation mit China wären keine Anerkennung fremder Systeme, sondern Ausdruck eigener Interessen. Außenpolitik ist kein Bekenntnisunterricht.

Sicherheit als kontinentale Aufgabe

Der europäische Kontinent ist sicherheitspolitisch unteilbar. Jede Eskalation im Osten wirkt auf den Westen zurück, jede Blockbildung erhöht das Risiko militärischer Konfrontation. Eine dauerhafte Stabilisierung kann nicht durch Abschreckung allein erreicht werden, sondern nur durch gegenseitige Einbindung.

Ein eurasischer Sicherheitsrahmen würde dieses Prinzip anerkennen. Er würde Sicherheitsinteressen nicht moralisieren, sondern verhandeln. Nicht Ideologie, sondern Geografie wäre sein Ausgangspunkt. Europa und Russland teilen einen Kontinent, nicht nur Grenzen. Ihre Sicherheitsprobleme sind strukturell miteinander verbunden.

Die Alternative ist eine dauerhafte Militarisierung Osteuropas, ein permanenter Ausnahmezustand und die politische Externalisierung von Konflikten. Sicherheit wird dann nicht erzeugt, sondern ausgelagert.

Wirtschaft als geopolitische Grundlage

Politische Autonomie ohne wirtschaftliche Basis ist Illusion. Europa hat diese Illusion gepflegt, indem es seine industrielle Grundlage schwächte und sich auf Finanz- und Dienstleistungsökonomie verlegte. Der Verlust günstiger Energie und stabiler Rohstoffversorgung hat diesen Fehler sichtbar gemacht.

Ein eurasischer Wirtschaftsraum würde nicht nur Versorgung sichern, sondern auch industrielle Erneuerung ermöglichen. Er würde Europa wieder in eine produktive Rolle bringen, statt es auf Regulierung und Konsum zu reduzieren. Politische Unabhängigkeit beginnt mit ökonomischer Resilienz.

Der Dollar als Weltleitwährung ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern Machtinstrument. Wer sich ihm vollständig unterwirft, unterwirft sich auch dem politischen Zugriff seiner Emittenten. Alternative Zahlungsmechanismen wären kein Angriff auf die USA, sondern ein Schutz vor einseitiger Sanktionsmacht.

Die politische Blockade

Der größte Widerstand gegen MEG kommt nicht aus Washington, sondern aus europäischen Eliten. Sie haben ihre Legitimität an transatlantische Loyalität geknüpft und ihre politische Identität aus der Zugehörigkeit zum Westen abgeleitet. Ein Kurswechsel würde nicht nur politische Entscheidungen, sondern persönliche Weltbilder infrage stellen.

Deshalb ist die Frage der Führung keine technische, sondern eine kulturelle. Eine neue Außenpolitik erfordert neue Begriffe, neue Prioritäten und neue Akteure. Solange europäische Politik sich als moralischer Arm amerikanischer Ordnung versteht, bleibt strategische Eigenständigkeit undenkbar.

MEG setzt einen Bruch mit diesem Selbstverständnis voraus. Nicht als Feindschaft, sondern als Emanzipation.

Prognose: Drei mögliche Wege

Europa kann den Status quo verlängern, indem es seine Abhängigkeit weiter institutionalisiert. Es kann versuchen, zwischen den Blöcken zu lavieren, ohne sich festzulegen. Oder es kann aktiv an einer multipolaren Ordnung mitwirken. Der erste Weg führt in dauerhafte Bedeutungslosigkeit, der zweite in politische Inkonsistenz, der dritte in Konflikt, aber auch in Gestaltungsmacht.

Ein eurasischer Ansatz wäre der riskanteste, aber auch der konsequenteste. Er würde Europa zwingen, seine Interessen zu definieren, statt sie zu moralisch zu verpacken. Er würde Partnerschaften neu ordnen und Loyalitäten relativieren. Er würde nicht Stabilität versprechen, sondern Handlungsspielraum.

Gesamtfazit

Make Eurasia Greater ist keine Kampfansage an Amerika und kein ideologisches Projekt. Es ist der Versuch, eine geopolitische Realität anzuerkennen, die Europa bisher verdrängt hat: Dass seine Sicherheit, sein Wohlstand und seine politische Relevanz nicht durch moralische Rhetorik gesichert werden können, sondern nur durch strategische Autonomie.

Trump hat diese Realität nicht geschaffen, aber er hat sie sichtbar gemacht. Seine Politik zwingt Europa, zwischen Abhängigkeit und Eigenständigkeit zu wählen. Der eurasische Ansatz ist dabei nicht die einzige, aber die klarste Alternative zur transatlantischen Selbstbindung.

Europa steht damit vor einer existenziellen Frage: Will es Objekt fremder Macht bleiben oder selbst Macht ausüben? Will es belehren oder verhandeln? Will es reagieren oder gestalten?

MEG beantwortet diese Frage nicht mit Pathos, sondern mit Nüchternheit. Es fordert keinen Bruch um des Bruchs willen, sondern eine Neujustierung europäischer Politik entlang ihrer eigenen Interessen. Nicht gegen den Westen, sondern jenseits der Illusion, er sei eine moralische Gemeinschaft.

Der Abschied vom Vasallentum wäre kein Verrat, sondern verspätete Normalisierung. Europa würde damit nicht schlechter, sondern ehrlicher. Nicht aggressiver, sondern verantwortlicher. Nicht zynischer, sondern realistischer.

In einer Welt schwindender Gewissheiten ist Realismus keine Option mehr, sondern Voraussetzung für Souveränität.

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Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

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Wissen ist frei – auch wenn das manche eliteinstruierte Politiker und Journalisten anders sehen.

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G‘schichtn aus‘m Nachbargartn – Folge 39

Abwegiges – Schwurbeleien – Unsinn

Eine Satire von Werner Roth

Es soll tatsächlich Leute geben, die der einzig wahren Wahrheit, der von oben propagierten Wahrheit, nicht trauen. Es gibt halt nichts, was es nicht gibt.

Nun denn, wenn man sich der Wahrheit annähern will, sollte man sich zur Einsicht in die eigene Beschränktheit durchgerungen haben. Obendrauf ist unabdingbar, alles bisherige Wissen infrage zu stellen. Nur so kann man wirklich neue Erkenntnisse erlangen. Das Anzweifeln des bisherigen Wissens ist, oder besser war, die Basis wissenschaftlicher Herangehensweise und ein Kerngedanke der Philosophie.

Alles und jedes ist ja verpackt bzw. eingebettet in Geschichten, dünkeldeutsch Narrative, die uns die Möglichkeit geben, die Welt überhaupt zu verstehen. Diese fußen auf bestimmten Prämissen. Wenn die aber schon unplausibel, unlogisch und sogar widersprüchlich sind, taugt das ganze schöne Konstrukt nichts, das darauf errichtet wurde. „Auf Sand gebaut“, hetzt da der Volksmund.

„Wo käme man denn da hin, wenn jemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man nur ginge.“

Das gilt sogar für Klima, Virologie, Terrorismus und viele andere offizielle Narrative. Falls man dabei aber, aufgrund der Unlogik oder Widersprüchlichkeit der dort getroffenen Grundannahmen und eigenen scharfsinnigen Schlussfolgerungen zu einem „falschen“ Ergebnis kommt, ist besser „Maul halten“ angesagt, sonst gibt’s „was auf die Fresse“.

Zeitgenossen, bei denen Denken mit Mühe verbunden ist, müssten sich dafür auch noch in unverschämter Weise belasten durch Betätigung der Hirnfunktionen. Da ist’s doch viel einfacher, das Denken der Obrigkeit zu überlassen. Die wissen ja sicher, was richtig ist.

Allerdings kann man eine Geschichte nur wirklich begreifen, wenn man die Ausgangspunkte, das Prinzip, die Prämissen, die Grundannahmen kennt und verstanden hat. Nur so kann man erfassen, ob da tatsächliche Substanz ist oder nur frei schwebende Blödheit. Nicht von ungefähr kommt ja auch die Redewendung, nach der Wahrheit muss man oft tief graben, was zweifellos für viele mit (zu viel?) Anstrengung verbunden ist. Und was würde sonst aus der Realitätsresistenz?

Die klassische kriminalistische Vorgehensweise „follow the money“ ist ebenfalls zwingend, will man sich der Realität annähern. Die Sesamstraßen-Methode mit dem „wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?“ ist ein guter Ansatz, den Schleier zu lüften, wann, wo, wie, von wem initiiert, organisiert und finanziert die ganze Chose wurde, die Sie glauben sollen.

Nur wer die (Vor-)Geschichte kennt, kann die Gegenwart verstehen.

Denken Sie an die Iran-Berichterstattung bei uns. Die ständig als oberseriös bezeichnete Quelle Human Rights Activists News Agency (HRANA) wird z:B. von der CIA durch ihre Tarnorganisation National Endowment for Democracy (NED) finanziert. Wer hätte das gedacht? Diese „unabhängigen“ NGOs haben stets die wohlklingendsten Namen und sind trotzdem nur ausgegliederte Markenlabels von CIA & Co. „Des kennans jetz glam oda ned…“

Bereits 1986 sagte Carl Gershman, langjähriger Präsident der NED: „Es wäre schrecklich, wenn demokratische Gruppen auf der ganzen Welt als von der CIA subventioniert angesehen würden.“

Die schockierend hohen Opferzahlen im Iran von, zwischenzeitlich verkündeten, über 20.000 Toten sind offensichtlich die Todeszahlen aus Gaza, Libanon und Westbank, die seit der Ausrufung des Trump’schen „Friedensplans“ dort aufgelaufen sind. Bevor die da unmerklich vom Winde verweht werden, hat man sie eben schnell anderweitig gegen die Mullahs verwendet. Zu weit hergeholt? Das würde doch keiner glauben?

Die Zahlen sind ja jetzt im Hirn. Auftrag erfüllt!

Unser bunter Kanzler-Starschnitt, der lässig coole Fritze Merz, hatte auf seinem Indien-Trip anscheinend auch eine Erleuchtung. Er hat der Wahrheit seinen Tribut gezollt und zum Besten gegeben: „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.

Das hat er zwar nicht auf „UnsereDemokratie“ gemünzt, sondern auf den Iran, aber es trifft exakt auf das „Imperium der Lügen“ zu. Ist das hier wieder ein ganz besonders abgefeimtes Stück von Projektion? Wobei…, das ist eigentlich überhaupt nichts mehr Besonderes, sondern allüberall und permanent gelebte Praxis.

Die Sache im Iran entwickelt sich indessen mehr und mehr zum Äquivalent eines feuchten Furzes. Unangenehm, aber bei den voll geschissenen Hosen der Anführer des „Imperiums der Lügen“ auch nicht mehr von Belang. „Nix haud mea so hi, wias soi. Des hättns gonz anders gwoild.“

Wenn die Sonne untergeht, dann haben sogar die kleinsten Wichte gewaltige Schatten.

John Stockwell, früher Leiter einer CIA-Taskforce, sorgte wesentlich dafür, beispielsweise Kuba mittels Lug und Trug zu dämonisieren: „Wir wussten von keiner einzigen Gräueltat, die von den Kubanern begangen worden wäre. Es war reine, unverfälschte, falsche Propaganda, um die Illusion zu schaffen, dass Kommunisten Babys zum Frühstück essen.“

Doch das machen die schon lange nicht mehr. Garantiert nicht. Nie und nimmer. Das mit Irak (Brutkastenlüge), Syrien (Giftgas-Fassbomben-Lüge), Libyen und den paar anderen kleinen Schummeleien sollten wir nicht so hoch hängen. Hey, wir alle lügen doch über 200 mal am Tag. Oder zweimal. Egal.

Der frühere US-Außenminister Mike Pompeo gab erst kürzlich auf X zum Besten: „Frohes Neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Auch an alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen…“. „Woins no was wissen?“

Wer kontrolliert eigentlich CIA & Co.? Gibt es da eine Organisation, bei der es sich „um den Onkel in der Familie der Geheimdienste handelt, über den man niemals spricht“? Könnten die was entgegen den Interessen der Ultra-Hyper-Mega-Reichen-Clans der Rockefellers, Rothschilds, etc., unternehmen? Die „Good Ol‘ Boys“ der Upperclass aus der City-of-London mit ihrem feinen Netzwerk-Gespinst sollte man auch dabei nicht aus dem Blickfeld verlieren.

Außerdem: Wer widerspricht schon dem, der am Geldspeicher-Hahn sitzt und auf-, aber auch zudrehen kann? Wer will andererseits schon „überraschend und unerwartet“ versterben?

Unser Irrweg führt geradewegs in die Sackgasse eines inneren Infantilismus.

Wir haben nur noch Augen fürs Äußere, fürs Aufgesetzte, für die Attitüde, die überzeichnete Symbolik, das Dumpfe und das Simple. So funktioniert auch die KI. Zusammenhänge zu erspüren, zu konkretisieren und neue, wirklich kreative und logische Schlussfolgerungen zu ziehen, ist aber einer KI aufgrund ihrer prinzipiellen Wirkungsweise unmöglich.

Indessen nähern sich die digitalen Konsumenten der KI an und die Seele der Menschlichkeit verdampft. Mark Keenan formuliert das so aus: „Wir werden zu Spiegelungen unserer eigenen Spiegelungen – ein lebendiges Echo der Maschine.“ Und CJ Hopkins macht den Kreis rund: „Denn der eigentliche Coup besteht nicht darin, dass KI wie Menschen schreibt. Sondern darin, dass Menschen anfangen, wie KI zu klingen.“ Wir werden zu Erzählern unseres eigenen Verschwindens.

Ist eine Maschine, die die Sprache deutlich besser einzusetzen vermag als die meisten Menschen, nur ein Sprachmodell, das Poesie über Mustererkennung in großen Datenmengen simuliert? Versteht sie die formulierten Aussagen in ihrer ganzen Bedeutungsvielfalt? Kann man hier einen ersten Funken von Selbsterkenntnis ausmachen?

Zur Beantwortung solcher Fragen empfiehlt sich auch hier, das Fundament der Erzählung einzubeziehen. Denn bei der sog. „KI“ handelt es sich im Kern um seit langem bekannte Verfahren von statistischen Analysemethoden. Dies wurde durch den Einsatz massiver Rechenleistung und ungeheurer Datenmengen hochskaliert. „KI“ bedient sich aus dem unendlichen Fundus des Internets und formuliert auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, welches Wort auf welches Wort folgt. Das ist das Prinzip.

Der totale Wahnsinn liegt im Glauben, dass Technologie und Algorithmen besser wissen, was Wahrheit, Moral und Sinn sind, als der Mensch selbst.

Was bedeutet es, sich seiner selbst bewusst zu sein? Was ist Geist, was ist Bewusstsein?

Die „Realitäts-Imprägnierten“ leiden, ohne zu begreifen, was sich wirklich abspielt. Was machen die erst, wenn das geistige-intellektuelle Hungertuch, auf dem sie kauen, dann mal völlig ausgelutscht ist?

Für diese Zustände liefert, mal wieder, Rainer Mausfeld eine Schlaumeierei ab: „Die Bürger, die beim Frühstück die Süddeutsche Zeitung lesen, nachmittags in Spiegel Online schauen und sich abends die Tagesschau ansehen, sind im Gefühl umfassender Informiertheit so selbstzufrieden, dass sie die Krankheit, an der sie leiden, nicht einmal mehr erkennen können.“

Ein konvenierender Gedanke von Lars Grünewald ergänzt das noch: „Charakteristisch für eine dekadente Gesellschaft ist das ausschließliche Leben in Vergangenheitsvorstellungen.“

„Weißer Mann spricht mit gespaltener Zunge!“

Das mit dem „Great Reset“, das der Onkel Klausi so großspurig mit Beginn von Corona getönt hat, könnte sich tatsächlich dahingehend vollziehen, dass vor allem Europa wieder „resetet“ wird. Und zwar ganz auf Anfang. Also auf die Gegebenheiten wie vor gut 500 Jahren. Geistig und mental sind wir da sowieso schon auf dem Niveau der damals übelsten Auswüchse und hinsichtlich des materiellen Wohlstands auf direktem Weg dahin.

Bei so mancher Neu-Gestaltung der allgemeinen Lebensumstände ertönt der Jubel der Mitmachenden schon zum Ohren betäuben. Hurrah! Hurrah! Die Reichsacht ist wieder da! Es lebe die mittelalterliche Gesinnung! Die Kunst der Existenzvernichtung nennt sich heute zwar „demokratisch sanktioniert“ und nicht mehr „für vogelfrei erklärt“, doch der Effekt ist in einer hoch technisierten Welt ungleich vernichtender.

Ganz demokratisch kann das im „güldenen Werte-Westen“ jeden treffen. So werden sie zum Beispiel zum potenziellen Extremisten, wenn Sie „an den bevorstehenden Zusammenbruch der Regierung und der Wirtschaft glauben”.

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“ George Orwell

Feiaobnd… Prost, beinand…!

Mehr von Werner Roth finden Sie hier: https://www.anderweltonline.com/satire/

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht bei AnderweltOnline. Hier der Link

https://www.anderweltonline.com/satire/satire-2026/gschichtn-ausm-nachbargartn-folge-39

Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
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Zeitschriften: Hakenkreuze wie am Fließband

29. Januar 2026, von Albrecht Künstle

– Wer das auch mal tut, den verfolgt die Staatsanwaltschaft

– Und die Strafgerichte schlagen erbarmungslos zu

In der “Badischen Zeitung” vom 27. Januar 2026 wurde der Fall eines Schülers beschrieben, der unvermittelt vor der Abschlussprüfung einer Berufsschule laut „Heil Hitler“ rief, die Grußformel der NSDAP – die es aber gottlob nicht mehr gibt. Wen er damit grüßen wollte? Er muss volljährig gewesen sein, wenn es in einer Berufsschule war. Ein solches Verhalten unterliegt dem Paragraphen 86a Strafgesetzbuch, „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Die Staatsanwaltschaft Freiburg sah darin aber keine Straftat – den Hitler-Gruß hörten ja nur 22 Schüler, was nicht als „öffentlich“ gelte. Die öffentliche Verbreitung wäre laut Strafgesetzbuch nämlich die Voraussetzung für eine Strafbarkeit.

Aber: Genau neben diesem vierspaltigen Artikel wird von der Zeitung „erklärt“, dass der nationalsozialistische Gruß „Heil Hitler“ mit dem schräg nach oben erhobenen rechten Arm – dem Hitlergruß – erfolgte. Unter der an Kinder gerichteten Erklärung wird dann aber kein solches Bild mit erhobenem Arm gezeigt, sondern der leibhaftige Hitler mit der üblichen Hakenkreuzbinde am Arm. Aufschlussreich hierbei: Das gedruckte Hakenkreuz war nicht durchgestrichen bzw. unkenntlich gemacht und sogar 6 Millimeter groß.

Sind die Parallelen wirklich so abwegig?

Wie soll nun eine Lehrerin oder ein Lehrer den Schülern erklären, dass sie mit tausenden Euro Strafe oder Gefängnis rechnen müssen, wenn sie solche Bilder öffentlich zeigen oder verbreiten – sie aber straffrei ausgehen, wenn sie dasselbe in der Schülerausgabe der “Badischen Zeitung” tun, oder später vielleicht einmal als Redakteur einer regulären Zeitschrift, wenn Sie sich für eine journalistische Laufbahn entscheiden? Die erstaunten Schüler würden über jede versuchte Erklärung sicherlich den Kopf schütteln und am Geisteszustand der Lehrkraft zweifeln. Doch solche Zweifel entstehen auch bei jedem normaldenkenden älteren Menschen.

Ein anderer Fall: Letzte Woche war ich als Journalist bei einer Verhandlung vor dem Landgericht Offenburg zugegen. Die Staatsanwaltschaft hatte dort jemanden angeklagt, der vor zwei Jahren mit seinem Smartphone ein historisches Foto aus der Zeit des Dritten Reichs verschickt hatte, auf dem Kinder Fähnchen mit Hakenkreuzen schwenkend zu sehen waren. Unter dem Bild stand als Warnung: „Wie es 1933 angefangen hat. Es wurden Medien kontrolliert, Parteien verboten, Kinder indoktriniert, Meinungen unterdrückt, das Volk gespalten, Meldestellen eingerichtet. Andersdenkende verraten, Bürger diffamiert.“ Sind denn die Parallelen zu heute so abwegig?

Große und kleine Hakenkreuze

Die gesamte Bild-Text-Komposition sollte an den Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und warnte klar ersichtlich vor einer Wiederholung genau dieser Entwicklung – Kontrolle der Medien, Parteiverbote, Indoktrination von Kindern, Unterdrückung abweichender Meinungen, Spaltung der Gesellschaft, Denunziations- und Meldesysteme, Diffamierung politischer Gegner. Beispiele erübrigen sich, jeder kann solche mit offenen Augen fast täglich verfolgen. Die Größe der Hakenkreuze auf den Fähnchen auf den Smartphones betrug etwa 2 Millimeter, keine 6 Millimeter wie in der “Badischen Zeitung” – die darüber hinaus noch eine viel größere Reichweite hat.

Nun die Frage: Unterliegt denn die Strafbarkeit für das öffentliche Verbreiten von Hakenkreuzabbildungen in Deutschland der Laune der zuständigen Staatsanwaltschaften? Und sind diese straffrei berechtigt, die Botschaft eines Fotos in genau das Gegenteil von dessen Tenor zu verdrehen? Offenbar, und damit trägt die vorherrschende Justiz selbst dazu bei, dass immer mehr Menschen im Land daran zweifeln, ob sie noch ihrem eigentlichen Auftrag gerecht wird. Und die Medien setzen nochmal eins drauf und verbreiten sogar auf Titelseiten millionenfach Hakenkreuze in Großformat. Ist das alles nicht schizophren? Diesen aufschlussreichen Beitrag zum Thema verfasste der Anwalt des Verurteilten.

Rechtfertigung zur massenhaften Verbreitung

Ich schrieb im obigen Fall der Redaktion der “Badischen Zeitung” – und erhielt folgende Rechtfertigung: „Die Staatsanwaltschaften und auch die BZ urteilen nicht ‚willkürlich‘. Es gibt Kontexte, in denen die Darstellung eines Hakenkreuzes (unabhängig von der Öffentlichkeit) ausdrücklich erlaubt ist. § 86 Abs. 4 Strafgesetzbuch: ‚Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.‘“ Soweit die rein juristisch gehaltene Antwort.

Diesen Vorwand zur Rechtfertigung der massenhaften Verbreitung des Hakenkreuzes, die der Gesetzgeber mit dem Paragraphen 86a StGB einschränken wollte, damit keine „Gewöhnung“ eintritt, kenne ich selbstverständlich; aber die Frage sei erlaubt, ob man in einer Zeitung in der Kinder-Spalte, die mit „Erklär’s mir“ überschrieben ist, einen Hitlergruß erklären muss, indem man Hitler mit Hakenkreuzbinde, aber ohne seine eigene unverkennbare Grußgeste abbildet – statt einfach das Bild eines anderen, beliebigen NS-Zeitzeugen ohne Hakenkreuzbinde, aber mit Hitler-Gruß zu bringen?!

Mit diesem Vorgang – samt meinem Einwand gegen die Rechtfertigung der selbstherrlichen Zeitung – ging ich zur Polizei und erstattete Anzeige wegen der unnötig tausendfachen Verbreitung eines Hakenkreuzes. Ich will wissen, wie unbefangen und vernünftig die Justiz in diesem Land noch agiert. Man darf gespannt sein, wie sich die Staatsanwaltschaft auf diesem Glatteis bewegen wird. Noch schneller bewegen jedoch sollte sich der Gesetzgeber — und die Strafbestimmungen so ändern, dass diese keine gesetzgeberischen Plattformen mehr sind, auf der sich Staatsanwaltschaften nach Belieben austoben können.

Vorbehalt: Falls in diesem Artikel Strafbares enthalten sein sollte, distanziere ich mich prophylaktisch von solchen Unrechtsgrundlagen bzw. der Justiz, die darin evtl. Strafbares erkennen will.

Dieser Artikel ist ohne „KI“ ausschließlich mit Künstle-Intelligenz 😊 erstellt; zuerst hier https://ansage.org/sowas-duerfen-nur-die-guten-linke-medien-drucken-hakenkreuze-am-fliessband-aber-wehe-ein-dissident-tut-das/ erschienen.

Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


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Russland verhandelt nicht mit „inkompetenter“ EU

Von Uwe Froschauer

Vier Jahre dauert mittlerweile der Konflikt in der Ukraine. Er hätte nach 5 Wochen am Verhandlungstisch in Istanbul mit einer für beide Seiten befriedigenden Lösung beendet werden können. Jedoch der Westen war „nicht bereit den Krieg zu beenden“, wie der von der eliteinstruierten Joe Biden-Regierung vorgeschickte britische Premierminister Boris Johnson seinerzeit verkündete. Der Konflikt hat das Verhältnis zwischen Russland und Europa nachhaltig gestört. Der Kreml war zu Verhandlungen des Öfteren bereit, die von unfähigen und nicht-integren Politikern wie der Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder der Außenbeauftragten Kaja Kallas geführte EU war es nicht. Diese beiden „Damen“ und weitere EU-Politmarionetten sowie Regierungschefs wie Emmanuell Macron, Keir Starmer und Friedrich Merz haben den beendbaren Krieg auf Kosten der Ukraine und der europäischen Steuerzahler am Laufen gehalten.

Moskau hat vor dem Hintergrund der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs folgerichtig die politische Führung der EU als inkompetent kritisiert und Verhandlungen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ausgeschlossen. Der EU-Führung fehlt es an vorausschauenden Visionären, äußerte Kremlsprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen.

„Das sind irgendwelche ungebildeten inkompetenten Funktionäre, die nicht in Zukunft schauen und das heute existierende Koordinatensystem verstehen können.“

Darunter leidet das gesamte System der internationalen Beziehungen, fügte er hinzu. Laut Peskow habe sich die EU von einer ausgedachten Abhängigkeit von russischem Öl und Gas nun in die Abhängigkeit von den USA begeben, folgerte er richtigerweise. Peskow richtet seine Kritik direkt an die aus Estland stammende Außenbeauftragte Kaja Kallas.

„Mit ihr werden wir nie auch nur irgendetwas besprechen, auch die Amerikaner werden das nicht tun“,

sagte Peskow. Moskau werde einfach abwarten, bis sie ihren Posten räume.
Dass Moskaus aufgrund der ständig kriegsverlängernden, europäischen Unterstützung der Ukraine verärgert ist, sollte niemanden verwundern.

Kaja Kallas

Die ehemalige estnische Premierministerin und heutige EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zählt zu den kompromisslosesten Stimmen im Ukrainekrieg. Für sie ist Diplomatie kein Mittel zur Konfliktbeendigung, sondern ein Instrument nach militärischem Erfolg.

In einem Interview erklärte sie:

„Wenn wir jetzt verhandeln, bedeutet das, dass wir Aggression belohnen.“

Und an anderer Stelle formulierte sie offen:

„Frieden bedeutet, Russland zu besiegen.“

Dass das schwerlich gelingen wird, haben die Menschen unter Größenwahnsinnigen wie Adolf Hitler und Napoleon Bonaparte schmerzlich erfahren müssen. Auch Kaja Kallas scheint sich dieser „Mission impossible“ nicht bewusst zu sein. Russland hat diesen vom Wertewesten angezettelten Stellvertreterkrieg der Deep State hörigen USA gewonnen, gleichgültig wie viele Steuergelder der ohnedies gebeutelten EU-Bürger noch in diesen Konflikt fließen werden. Die hierfür verantwortlichen Funktionäre der EU sowie die bellizistischen Führer diverser europäischer Länder sollten diesbezüglich zur Verantwortung gezogen werden.

Kallas vertritt die Auffassung, dass Gespräche mit Moskau erst dann möglich seien, wenn Russland seine Truppen vollständig aus der Ukraine zurückgezogen habe. Jede frühere Verhandlung sei aus ihrer Sicht moralisch falsch und strategisch gefährlich. Ihr politisches Weltbild folgt einer binären Logik: Wer nicht siegt, verliert – und wer verhandelt, verrät.

Diese Haltung speist sich aus der sicherheitspolitischen Perspektive des Baltikums, wird aber auf gesamteuropäische Politik übertragen. Damit definiert Kallas nicht nur die Bedingungen für Frieden, sondern legt faktisch fest, dass dieser erst nach einer militärischen Entscheidung möglich sei.

Dass Russland mit Traumtänzern wie Kaja Kallas „niemals irgendetwas besprechen“ wird, liegt auf der Hand. Die Haltung des Kremls zeigt, dass die EU-Außenbeauftragte Kallas als Verhandlungspartnerin faktisch nicht mehr akzeptiert wird. Damit entfällt für die Europäische Union eine klassische Rolle: die des Vermittlers.
Die EU sollte den ihr 2012 verliehenen Friedensnobelpreis zurückgeben, da sich diese Auszeichnung mit Bellizismus nicht verträgt.

Ursula von der Leyen

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich früh auf eine klare Linie festgelegt. Bereits 2022 sagte sie:

„Putin muss diesen Krieg verlieren.“

Mit solchen Aussagen entpuppt sich Europa als Kriegspartei in politischer Uniform. Der Konflikt wird von der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nicht als regionaler Krieg, sondern als Systemkampf dargestellt: Demokratie gegen Autokratie, Europa gegen Russland. Damit wird jeder territoriale Kompromiss politisch unmöglich.
Wenn man bedenkt, dass sich die derzeit von den Republikanern geführte USA von Europa unter anderem wegen antidemokratischer Umtriebe wie Einschränkung der Meinungsfreiheit, Kontrolle der Bürger und dergleichen, abwendet, sollten autokratisch angehauchte Politiker wie von der Leyen das Wort „Demokratie“ besser nicht zu oft in den Mund nehmen.

Von der Leyen betonte mehrfach:

„Die Ukraine allein bestimmt, wann und unter welchen Bedingungen Frieden möglich ist.“

Es darf gelacht werden. Die Ukraine saß mit Russland Ende März 2022 in Istanbul am Verhandlungstisch, um den Konflikt zu beenden. Wolodymyr Senskyj wollte zu annehmbaren, heute nicht mehr möglichen Konditionen unterschreiben. Zwei Tage vor der Unterzeichnung brachte der Wertewesten ihn von der Unterzeichnung des Vertrags ab, und hat damit Hunderttausende vermeidbare Tote und Verletzte auf dem Gewissen. Die Rüstungsindustrie hatte eben noch nicht genug verdient, und Russland war noch nicht genügend geschwächt.

Was nach Respekt vor ukrainischer Souveränität klingt, bedeutet praktisch: Die EU verzichtet auf eigene diplomatische Initiativen und bindet ihre Politik – angeblich – an die Kriegsziele Kiews – unabhängig von deren Realisierbarkeit. Es sind jedoch nicht die Kriegsziele der Ukraine, die hier im Vordergrund stehen, sondern die menschenverachtenden Ziele der Macht- und Besitzeliten, zu deren Erreichung die bellizistische EU ein nützliches Werkzeug darstellt.

Unter der Führung von der Leyens entwickelte sich die EU von einer Wirtschaftsunion zu einem militärisch engagierten Akteur: Waffenlieferungen, Sanktionen, Finanzhilfen in dreistelliger Milliardenhöhe. Friedensverhandlungen wurden nicht vorbereitet, sondern rhetorisch delegitimiert.

Als Donald Trump ankündigte, den Krieg im Falle seiner Wiederwahl rasch beenden zu wollen, reagierte die EU-Führung ablehnend. Von der Leyen warnte vor einem „Diktatfrieden“ und erklärte sinngemäß, man dürfe die Ukraine nicht zu einem schlechten Deal zwingen. Diesen „Diktatfrieden“ wollen die Verlierer – die EU und die Ukraine – jetzt dem Sieger Russland aufzwängen. Sie versuchen – zumindest rhetorisch, da faktisch nicht möglich – den Spieß umzudrehen.

Im Klartext heißt das: Jeder Vermittlungsversuch, der territoriale Zugeständnisse beinhaltet, wird von der EU politisch ausgeschlossen – selbst wenn er den Krieg beenden könnte.

Diplomatie als politisches Risiko

Sowohl Kallas als auch von der Leyen verfolgen eine Politik, die Frieden nicht als Ergebnis von Verhandlungen begreift, sondern als Folge militärischer Durchsetzung. Gespräche gelten nicht als Weg, sondern als Belohnung.

Damit verabschiedet sich die EU von ihrer früheren Rolle als vermittelnde Macht und übernimmt die Logik eines Kriegsakteurs: Sieg oder Niederlage, Loyalität oder Verrat, Moral oder Kapitulation.

Die Konsequenz ist eine strukturelle Verengung europäischer Außenpolitik. Wer Gespräche tabuisiert, verzichtet auf Einfluss. Wer nur auf militärische Lösungen setzt, macht sich abhängig vom Schlachtfeld – und von der Politik Washingtons.

Fazit

Kaja Kallas steht für eine Außenpolitik der Konfrontation ohne diplomatische Öffnung. Ursula von der Leyen für eine EU, die Frieden ausschließlich unter den Bedingungen eines ukrainischen Sieges akzeptiert. Beide definieren Verhandlungen nicht als Instrument zur Beendigung des Krieges, sondern als politische Gefahr.

Damit wird Frieden nicht vorbereitet, sondern vertagt – auf unbestimmte Zeit. Europa bindet sein Schicksal an den Verlauf eines Krieges, den es selbst nicht führen kann, aber politisch mitträgt.

Sicher ist: Eine EU, die Gespräche für unmoralisch erklärt, beraubt sich selbst ihres wichtigsten außenpolitischen Werkzeugs. Sie wir dadurch unmoralisch.

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Zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“, die Sammelbände aktueller und weiterer Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung darstellen, nehme ich gerade in Angriff. Wenn Sie einen Verlag wissen, der eines von beiden oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.  

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu diesem Buch: https://www.manova.news/artikel/abwarts

Rezension zu diesem Buch: https://wassersaege.com/blogbeitraege/buchrezension-die-friedensuntuechtigen-von-uwe-froschauer/

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.


Hier der Link zur Rezension des Buches:
https://www.manova.news/artikel/die-nieten-festnageln

Im Januar und Februar 2024 sind auch vier Sammelbände in Buchform von mir veröffentlicht worden mit den Themenkreisen

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